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Aktuell Nahost

Kampf gegen Dschihadisten: Saudi-Arabien erweitert Militärhilfe für Libanon

Der syrische Bürgerkrieg greift immer mehr auf den Libanon über. Armee und Islamisten liefern sich blutige Gefechte. Der saudische König Abdallah greift den Libanesen mit zusätzlicher Militärhilfe unter die Arme.

Der verkündete Waffenstillstand war schnell wieder zusammengebrochen. In der von islamistischen Extremisten gehalten Stadt Arsal im Osten des Libanon brachen schon in der Nacht zum Mittwoch neue Kämpfe aus. Die unter Vermittlung muslimischer Geistlicher ausgehandelte Feuerpause sollte fünftägige blutige Konfrontationen zwischen den Dschihadisten und der libanesischen Armee beenden. Stattdessen weiteten sich die Kampfhandlungen auf weite Bereiche des Grenzgebiets zu Syrien aus.

Beteiligt seien Extremisten der Al-Nusra-Front und und des "Islamischen Staats" (IS), verlautete von Sicherheitskräften in Beirut. Bei den Gefechten wurden seit Samstag 17 Soldaten getötet und mehr als 80 weitere verletzt. 22 Soldaten wurden noch vermisst, möglicherweise wurden sie als Geiseln verschleppt. Die dschihadistischen Milizionäre nahmen laut Behörden auch 20 Polizisten gefangen, von denen drei am Dienstag wieder freigelassen wurden. Die Kämpfe waren nach einem Vorstoß aus Syrien ausgebrochen, nachdem die Armee einen der IS-Kommandeure, Imad Ahmad Dschomaa, in Arsal gefangengenommen hatte.

Saudi-Arabien gewährte der libanesischen Armee jetzt eine weitere Milliarde Dollar (748 Millionen Euro) für den Kampf gegen Dschihadisten. Das gab der ehemalige libanesische Regierungschef Saad Hariri am Mittwoch im Palast des saudischen Königs Abdallah in Dschiddah bekannt. Die Saudis finanzieren bereits ein Paket mit französischen Rüstungsgütern und Waffen im Wert von umgerechnet 2,2 Milliarden Euro. Die Armeeführung in Beirut drängte Frankreich, angesichts der Eskalation die Waffenlieferungen zu beschleunigen.

Der Libanon versucht zwar, sich aus dem Konflikt im Nachbarland herauszuhalten. Jedoch gibt es infolge des Bürgerkriegs auch unter den libanesischen Volksgruppen starke Spannungen, die immer wieder in offene Gewalt umschlagen. Zur Verschärfung der Spannungen hat auch beigetragen, dass die libanesische Hisbollah seit dem Frühjahr 2013 offen an der Seite der syrischen Regierungstruppen kämpft. Etwa eine Million syrische Flüchtlinge halten sich im Libanon auf.

SC/wl (APE, rtre, afpe, dpae)