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Nahost

Kampf gegen die Waldbrände

In Israel wüten die Waldbrände zwar weiter. Aber mit Hilfe von ausländischen Löschflugzeugen konnten schon mehrere Brandherde gelöscht werden. Angeblich sollen zwei Jugendliche das Feuer aus Versehen verursacht haben.

Löschflugzeug (Foto: AP)

Ein Löschflugzeug bei Haifa

In Israel hat sich nach vier Tagen erstmals eine Wende im Kampf gegen den verheerenden Waldbrand mit 41 Toten abgezeichnet. Zwar werde es noch Tage dauern, bis die Flammen endgültig gelöscht seien, sagte ein Sprecher der Feuerwehr am Sonntag (05.12.2010) bei einer Pressekonferenz. Er hoffe jedoch, dass die Einsatzkräfte das Feuer bald unter Kontrolle bekämen.

Das verheerende Großfeuer in Israel ist möglicherweise durch Fahrlässigkeit ausgelöst worden. Die israelische Polizei nahm zwei Minderjährige fest. Diese sollen ihr Lagerfeuer nach einem Picknick nicht vollständig gelöscht und damit die schweren Waldbrände im Karmel-Gebirge im Norden des Landes verursacht haben, berichtete der israelische Rundfunk. Brandstiftung liege wohl nicht vor, sagte ein Polizeisprecher.

Brände wüten weiter

Satellitenbild (Foto: AP)

Auch aus dem All ist das Feuer sichtbar

Auch am vierten Tag nach dem Ausbruch der Brände am Donnerstag kämpft die Feuerwehr weiter gegen das Feuer. "Wir haben noch keine volle Kontrolle gewonnen, aber es gibt beträchtliche Fortschritte", sagte der Sprecher der Einsatzkräfte, Joram Levy. Derzeit gebe es noch drei große Brandherde. Rund 3000 Feuerwehrleute und Soldaten sind im Einsatz. Inzwischen ist internationale Hilfe eingetroffen. Aus Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Russland, der Türkei und Zypern wurden zehn Löschflugzeuge sowie drei Helikopter geschickt. Die israelischen Rettungskräfte setzten große Hoffnungen auf ein Super-Löschflugzeug aus den USA, das in der Nacht zum Sonntag in Israel eingetroffen war. Die umgebaute Boing 747 kann bis zu 80 Tonnen Löschmittel fassen und auch nachts fliegen.

Auch Deutschland schickt zwei Transporthubschrauber der Bundeswehr als Hilfe. Das habe Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Freitagabend in einem Telefonat mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu zugesagt, teilte Regierungssprecher Steffen Seibert am Samstag mit.

Israelisch-palästinensische Zusammenarbeit

Hubschrauber (Foto: AP)

Großbritannien schickte Hubschrauber

Netanjahu bedankte sich für die Unterstützung aus aller Welt. "Die israelische Nation steht zusammen und viele Länder der Welt stehen an der Seite Israels", sagte der Regierungschef, der das Ausland um Hilfe gebeten hatte, weil Israel keine eigenen Löschflugzeuge hat. Netanjahu sah sich das Ausmaß der Schäden am Samstag per Helikopter an. Er kündigt an, das Karmel-Gebirge wieder aufzuforsten.

In einem Telefongespräch mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas schlug Netanjahu zudem ein regionales System zur Brandbekämpfung vor. Israel werde eine Flotte von Löschflugzeugen aufstellen, im Notfall solle diese auch den Palästinenser helfen, kündigte er an. Abbas habe Netanjahu in dem Telefonat sein Mitgefühl ausgedrückt und "jede notwendige Unterstützung" zur Bekämpfung der Waldbrände angeboten, teilte die israelische Regierung mit. Netanjahu wiederum habe sich für die Hilfe des palästinensischen Zivilschutzes bedankt. In israelischen Dörfern nahe der Grenze zum Westjordanland waren laut Autonomiebehörde drei palästinensische Feuerwehreinheiten im Einsatz.

Trockene Wälder

Löschflugzeug (Foto: AP)

Die Beziehungen zur Türkei sind schlechter geworden, trotzdem schickte das Land Löschflugzeuge

Bei den Waldbränden kamen bislang 41 Menschen ums Leben. Die Flammen hatten sich, begünstigt durch einen starken Wind, rasant ausgebreitet. Die Wälder waren ohnehin sehr trocken, nachdem der Sommer in Israel ungewöhnlich heiß und im Herbst und Winter vergleichsweise wenig Regen gefallen war.

Rund 4000 Hektar Wald mit vier Millionen Bäumen sind nach Angaben der Forstbehörde abgebrannt, 17.000 Menschen mussten vor den Flammen flüchten. Rund 20 Prozent des Karmel-Waldes sind zerstört, der ein beliebtes Ausflugsziel und Naturschutzgebiet ist.

Autor: Annamaria Sigrist, Dirk Eckert (afp, dapd, dpa)

Redaktion: Rainer Esser

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