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Top-Thema – Podcast

Kampf gegen das Chaos – die Litfaßsäule

Bei einem Aufenthalt in Paris im Jahr 1843 sah Ernst Litfaß eine Toilette, die mit Werbeplakaten beklebt war. Dies brachte ihn auf eine Idee. Elf Jahre später standen die ersten Werbesäulen in Berlin.‎

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Kampf gegen das Chaos – die Litfaßsäule – das Top-Thema als MP3

1854 war die Geburtsstunde der Litfaßsäule. Ihren Namen hat sie von ihrem Erfinder Ernst Litfaß. Die Idee kam dem Berliner Druckereibesitzer und Verleger bei einer Reise nach Paris im Jahr 1843. In der Stadt konnte man überall Werbung sehen. Am meisten beeindruckte Litfaß ein kreisförmiges Pissoir, auf dem Plakate klebten.

Für die anderen Fußgänger war es nur eine normale öffentliche Toilette, aber nicht für Litfaß. Die Historikerin Marlies Ebert sagt: „In dieser Zeit war Berlin übersät mit Flugblättern, Zeichnungen und politischen Botschaften. Überall hingen die – an Häusern, Bäumen oder was immer man dafür finden konnte.“ Das chaotische Plakatieren in der Stadt war für Litfaß ein Schandfleck. Mit einer Werbesäule wollte er das ändern.

Mit den Plakaten an den Litfaßsäulen wurde zunächst vor allem für Kulturveranstaltungen geworben. Im Krieg wurden dann dort auch neueste Meldungen und Suchanzeigen von vermissten Personen aufgehängt. Gerade die Säulen im Zentrum der Stadt waren ideal, um wichtige Informationen zu verbreiten. Ebert sagt: „Die Menschen versammelten sich und konnten die Nachrichten viel schneller lesen, als sie in irgendeiner Zeitung erscheinen konnten.“

Auch heute kommt niemand an den Säulen vorbei. Sie sind immer noch beliebte Werbeflächen, weil sie günstig sind und zentral in der Stadt stehen. Werbung an der Litfaßsäule wird von jedem gesehen. Etwa 3.100 Werbesäulen stehen heute in Berlin – an einige von ihnen können jedoch keine Plakate mehr geklebt werden, denn sie sind digital.


Glossar

Chaos
(n., nur Singular) – die Unordnung; das Durcheinander (Adjektiv: chaotisch)

Litfaßsäule, -n (f.) - ein hoher runder Gegenstand mit Werbung (auch: die Werbesäule)

etwas bekleben – etwas auf etwas kleben

jemanden auf eine Idee bringen – dazu führen, dass jemand eine Idee bekommt

Geburtsstunde, -n (f.) – hier: der Beginn/Anfang von etwas

jemandem kommt eine Idee – jemand hat eine Idee

Drucker, -/Druckerin, -nen– jemand, der Bücher, Zeitschriften o. Ä. herstellt

Verleger, -/Verlegerin, -nen – jemand der Zeitungen, Bücher o. Ä. veröffentlicht

jemanden beeindrucken – für jemanden sehr interessant sein

kreisförmig – so, dass etwas die Form von einem Kreis hat; rund

Pissoir, -s (n., aus dem Französischen) – eine öffentliche Toilette für Männer

Plakat, -e (n.) – ein großes und festes Papier, auf dem ein Text oder ein Bild ist

Historiker, -/Historikerin, -nen – der Geschichtswissenschaftler/die Geschichtswissenschaftlerin

übersät – so, dass etwas in sehr großer Zahl vorhanden ist

Flugblatt, --blätter (n.) – ein Zettel mit einer meist politischen Nachricht/Mitteilung

Botschaft, -en (f.) – eine Nachricht, Information oder Mitteilung (hier auch: die Meldung)

etwas plakatieren – ein Plakat oder ein Poster an oder auf etwas kleben

Schandfleck, -en (m.) – hier: ein hässlicher, unschöner Ort

vermisst – hier: so, dass man jemanden nicht mehr finden kann

etwas verbreiten – hier: etwas bekannt machen

an etwas nicht vorbei|kommen – hier: etwas auf jeden Fall sehen

digital – hier: elektronisch


Fragen zum Text

1. Was steht im Text? Ernst Litfaß erfand die Werbesäule, um …
a) seine Stadt schöner zu machen.
b) Werbung an den Wänden öffentlicher Toiletten zu verhindern.
c) mit Werbung Geld zu verdienen.

2. Was steht nicht im Text? An den Litfaßsäulen wurden … aufgehängt.
a) Kriegsmeldungen und Vermisstenanzeigen
b) Informationen über kulturelle Veranstaltungen
c) Zeichnungen und Flugblätter

3. Litfaßsäulen waren praktischer als Zeitungen, weil …
a) sie auch außerhalb des Stadtzentrums standen.
b) viele Menschen ihre Informationen lesen konnten.
c) Nachrichten dort früher gelesen werden konnten.

4. Mir ist gerade …
a) auf eine Idee gekommen.
b) eine Idee gekommen.
c) an eine Idee gekommen.

5. Werbung auf Litfaßsäulen wird sofort gesehen. Es gibt keinen Menschen, der … Litfaßsäulen …
a) mit/übersät.
b) an/vorbeikommt.
c) auf/kommt.


Arbeitsauftrag
Heute gibt es neben der Litfaßsäule mehr Möglichkeiten Werbung in der Öffentlichkeit zu zeigen. Wo könnt ihr überall Werbung entdecken? Sammelt in der Gruppe. Welcher Ort für Werbung funktioniert eurer Meinung nach am besten?

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