1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Wirtschaft

Kampf der Konsolen

Die Zeit des Gameboys ist vorbei. Mit neuen High-Tech-Geräten kämpfen Sony und Nintendo um die Führung auf dem boomenden Markt für mobile Konsolen. Ist auf dem Markt Platz genug für zwei tragbare Spielsysteme?

default

Sieht so eine gütliche Einigung aus?

Die unangefochtene Nummer eins auf dem Markt für mobile Spielekonsolen war 15 Jahre lang eine "Keksdose". So nennen zumindest Liebhaber den Gameboy der japanischen Firma Nintendo. Seit der Markteinführung im April 1989 dominierten das erste tragbare Videospielsystem mit austauschbaren Modulen und dessen Nachfolger den globalen Wettbewerb.

Vormachtstellung in Gefahr

GameBoy von Nintendo

Der Klassiker von 1989

Alle Versuche den Monopolisten unter Druck zu setzen schlugen bis heute fehl. Ob Sega, NEC oder Nokia - die Konkurrenz biss sich bislang die Zähne aus. Von weltweit über 200 Millionen verkauften mobilen Konsolen durften sie im Gegensatz zu Nintendo nur träumen.

Die Vormachtstellung Nintendos scheint jetzt aber trotz des neu entwickelten Gameboy-Nachfolgers DS ("Dual Screen") ernsthaft in Gefahr. Der Grund: Konkurrent Sony, mit der Playstation weltweit unumstrittenen Nummer eins bei Heimkonsolen, wagt sich zehn Jahre nach dem Einstieg in das Spielkonsolen-Geschäft auf den Markt für mobile Game-Maschinen.

Fehdehandschuh hingeworfen

Der Angriff Sonys ist 17 Zentimeter lang und schwarz. Auf der einen Seite befindet sich ein ungewohnt großer Bildschirm, auf der anderen Seite leuchten drei silberne Lettern. PSP (Playstation Portable) heißt das Gerät, mit dem Sony dem Konkurrenten das Wasser abgraben will. Nach Angaben von Sony wurden seit der japanischen Markteinführung Mitte Dezember 2004 bereits über 500.000 Geräte verkauft.

Sony PlayStation Portable - Panorama-Bild

"Sony hat seit Jahren den Wunsch Nintendo den Fehdehandschuh im Bereich mobile Konsolen hinzuwerfen", erklärt Florian Brich, stellvertretender Chefredakteur der Zeitschrift "GamePro" im Gespräch mit DW-WORLD. Seiner Einschätzung nach wurden dabei "alle verfügbaren Ressourcen bei Sony in die Entwicklung des PSP gesteckt." Denn der Markt für mobile Konsolen wächst.

Bedeutenster Wachstumsmarkt

"Die Computer- und Videospielebranche ist zu einem der bedeutendsten Wachstumsmärkte weltweit geworden", analysiert Nils Harde von der Hamburger Investmentgesellschaft Atlantic im Gespräch mit DW-WORLD. Seinen Angaben zufolge wurde allein im Jahr 2003 ein Umsatz von über 20 Milliarden Dollar erzielt. Und das sei noch nicht alles. "Bis 2008 soll sich diese Zahl nahezu verdreifachen", sagt Harde.

Analysten warten gebannt auf den Marktstart von Sonys PSP in Nordamerika und Europa, der im Frühjahr 2005 stattfinden soll. Schließlich entscheidet sich hier die weitere Ausrichtung der Branche. Manch einer sieht bereits die große Wachablösung Nintendos durch Sony. Florian Birch hingegen ist da kritisch.

Kein Verdrängungskampf

"Sony wird es wahrscheinlich nicht so schnell gelingen, an die seit Jahren durch den Gameboy gesicherte Position von Nintendo ranzukommen", erklärt er. Und auch bei Nintendo gibt man sich gelassen. Man wolle sich nicht in einen Verdrängungskampf verwickeln lassen, lässt der Nintendo-Chef Satoru Iwata im Interview mit dem Handelsblatt wissen.

Nintendo Dual Screen

Mehr als eine Millionen seiner neuen aufklappbaren Konsolen mit zwei Bildschirmen, inklusive eines Touch-Screens hat Nintendo bereits in Japan und den USA verkauft. Bis April 2005 will Iwata weltweit fünf Millionen unters Volk bringen.

Zwei unterschiedliche Zielgruppen

In Anbetracht wachsender Märkte kommt für die Kontrahenten auch eine gütliche Einigung in Frage. Schließlich könnte genug Platz für zwei mobile Konsolen auf dem Markt sein. "Sony und Nintendo richten ihr Angebot auf zwei unterschiedliche Gruppen aus", erklärt Birch.

Nintendo peile eine junge, verspielte Kundschaft an, die Gimmicks wie den Doppelbildschirm schätze. Sonys PSP hingegen richte sich vornehmlich an den hippen Lifestyle-orientierten User, der auch ruhig etwas älter sein dürfe, so Birch. Ob DS oder PSP, manch einer wird vielleicht einfach seinen alten Gameboy behalten wollen.

Die Redaktion empfiehlt