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Aktuell Afrika

Kameruns Armee tötet mehr als 100 Terroristen

Der Großeinsatz gegen die Milizen von "Boko Haram" bringt erstmals größere Erfolge. Mehrere Streitkräfte aus zentralafrikanischen Ländern nehmen islamistische Kämpfer fest. Der größte Schlag gelingt Kamerun.

Bei Kämpfen in Kamerun nahe dem Ort Gnam-Gnam an der nigerianischen Grenze tötete die Armee nach eigenen Angaben mehr als 100 islamistische Kämpfer. Zudem seien im Norden des Landes hunderte Terroristen festgenommen worden, sagte der verantwortliche Kommandeur. Eine unabhängige Bestätigung für die Angaben des Militärs gibt es bisher nicht.

In den vergangenen Monaten hatte die aus Nigeria stammende Terrororganisation "Boko Haram" ihre Übergriffe auf Nigerias Nachbarländer ausgeweitet. Nachdem die Fundamentalisten immer öfter Ziele in Kamerun angegriffen hatten, entsandte das Nachbarland Tschad Anfang des Jahres mehrere tausend Soldaten dorthin.

Niger: 160 Verdächtige festgenommen

Zuletzt hatte die Miliz auch begonnen, Ziele im Niger anzugreifen. Dort nahmen Sicherheitskräfte nach Polizeiangaben in der Region Diffa an der Grenze zu Nigeria 160 Menschen unter dem Verdacht fest, Unterstützer von Boko Haram zu sein. In Diffa hatten die Islamisten in den vergangenen Tagen mehrere blutige Anschläge verübt. Niger hatte sich kürzlich der regionalen Einsatztruppe gegen Boko Haram angeschlossen.

Jugendliche Demonstranten drücken ihre Unterstützung der Sicherheitskräfte aus (Foto: DW/L.Hami)

Jugendliche Demonstranten drücken ihre Unterstützung der Sicherheitskräfte aus

Bereits am Montag meldete auch Nigeria einen größeren Erfolg: Mit einer von Luftangriffen flankierten Bodenoffensive gelang es Soldaten nach Angaben des Militärs, den Verkehrsknotenpunkt Monguno und nahegelegene Ortschaften von Boko Haram zurückzuerobern.

Demonstrationen im Niger

Im Niger gingen tausende Menschen (Artikelbild) unter dem Motto "Boko Haram ist verboten" (Französisch: "Boko Haram est haram") auf die Straße. An der Spitze des Protestzuges in der Hauptstadt Niamey lief Regierungschef Brigi Rafini. An Boko Haram sei "nichts islamisch und nichts muslimisch", sagte er der Nachrichtenagentur AFP. Anas Djibirila, ein Vertreter einer zivilgesellschaftlichen Organisation, sagte, das gesamte nigrische Volk stünde "geeint hinter seinem Vaterland, welches ungerechterweise von Boko Haram angegriffen" werde.

Boko Haram will im Nordosten Nigerias und den angrenzenden Gebieten einen sogenannten Gottesstaat errichten. Seit 2009 sind bei Anschlägen und Angrifen der Gruppe mindestens 13.000 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 1,5 Millionen Menschen sind vor der Gewalt der sunnitischen Fundamentalisten im Nordosten geflohen.

nem/wl (dpa, afp, rtr)