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Fußball

Kamerun als Härtetest für den WM-Ernstfall

Der Kamerun-Test wird zeigen, ob sich die hoch gelobte "gute Stimmung" im Team auch positiv auf den Platz auswirkt. Bundestrainer Löw erhofft sich dazu weitere wichtige Erkenntnisse für die finale Kadernominierung.

Nach den doch überwiegenden Negativschlagzeilen ist für Bundestrainer Joachim Löw ein Sieg, gerne auch ein deutlicher, gegen Testgegner Kamerun am Sonntag (01.06.2014, 20:30 Uhr MESZ, live mitzuverfolgen im DW-Audio-Livestream ab 20:15 Uhr MESZ) von entscheidender Bedeutung. Nur so kann auch außerhalb des Teams eine WM Euphorie und Vorfreude entfacht werden. "Wir hoffen, dass wir das Trainingslager positiv zu Ende bringen", beschreibt Torhüter Roman Weidenfeller den Auftrag der Mannschaft für den vorletzten WM-Test in Mönchengladbach.

Eine Wunsch-Startformation kann der Bundestrainer, auch nach zehn Trainingstagen in Südtirol, im Borussia-Park noch nicht präsentieren. Bastian Schweinsteiger soll nach Knieproblemen vorerst weiter geschont werden. Marcel Schmelzer war die gesamte Vorbereitung über angeschlagen und hofft zumindest auf einige Einsatzminuten. Und dann sind da noch die beiden Leistungsträger Philipp Lahm und Manuel Neuer. Sie flogen am Samstag (31.05.2014) nicht mit ihren Kollegen aus Bozen nach Düsseldorf, sondern reisten nach München um sich dort individuell Behandeln zu lassen. Der ausgefallene WM-Test für den Kapitän (Sprunggelenk) und Deutschlands Nummer 1 (Schulter) bewertet Joachim Löw jedoch nicht als problematisch. "Lahm und Neuer werden schnell wieder ihren Rhythmus finden. Das übergeordnete Lahm-Neuer-Ziel lautet unverändert: 16. Juni, Salvador, WM-Auftakt gegen Portugal".

Bayern Achse fehlt weiter

Bundestrainer Joachim Löw mit einem nachdenklichen Gesicht auf der DFB Pressekonferenz im Südtiroler Trainingslager. (Photo by Martin Rose/Bongarts/Getty Images)

Joachim Löw muss sich für 23 WM-Fahrer entscheiden

Der Bundestrainer erhofft sich gegen Kamerun, die von Volker Finke trainiert werden, aber auch ohne die fehlende Bayern-Achse "finale Erkenntnisse". Denn zu viele weitere Fragezeichen gibt es noch im deutschen Team! Wie weit ist Torjäger Miroslav Klose? Wer könnte rechts oder links verteidigen, falls Löw Kapitän Lahm tatsächlich im Mittelfeld benötigen sollte? Ist Spielmacher Mesut Özil bereit, um bei der WM Regie zu führen? Vor allem aber: Welche Besetzung zeichnet sich für die beiden Schlüsselpositionen im defensiven Mittelfeld ab? Toni Kroos und Sami Khedira könnte die Antwort lauten - zumindest gegen Kamerun. "Sami braucht noch Spiele, das ist klar", sagte Löw über den Champions-League-Sieger von Real Madrid, den er trotz dessen Defiziten sechs Monate nach seinem Kreuzbandriss als "Leader" fest für die WM-Startelf einplant.

Am Montag (02.06.2014) stehen für Joachim Löw dann "harte Entscheidungen" an. Denn bis spätestens Mitternacht muss er seinen endgültigen Kader für die Weltmeisterschaft bei der FIFA melden. Heißt: Drei aus dem vorläufigen 26er-Kader werden, nach einem Kurzurlaub zu Hause, nicht in den Flieger nach Brasilien steigen. "Wir sind alle gespannt", sagte stellvertretend für alle Wackelkandidaten der Dortmunder Erik Durm, der gegen Kamerun vor seinem Länderspieldebüt steht. Neben zahlreichen Neulingen wie ihm, Kevin Volland, Shkodran Mustafi oder Matthias Ginter können sich auch namhaftere Akteure wie der Schalker Julian Draxler ihres WM-Tickets nicht sicher sein.

Kamerun streitet sich durch die WM-Vorbereitung

Kameruns Trainer Volker Finke und sein verletzter Superstar Samuel Eto'o am Spielfeldrand während des Testpiels gegen Paraguay. (EPA/EXPA / JFK)

Volker Finke kann wieder auf Samuel Eto'o setzen

Weit weg von einer WM-Form befindet sich übrigens der Gegner der deutschen Nationalmannschaft. Die Vorbereitung der Finke Truppe wurde getrübt von einem unsäglichen WM-Prämienstreit zwischen Spielern und Verband, sowie der Verletzung von Superstar Samuel Eto'o. Dieser steht gegen Deutschland allerdings vor seinem Comeback und soll zumindest 20 Minuten Einsatzzeit bekommen. Wie wichtig Eto'o für Kamerun ist, verdeutlicht auch die 1:2-Testspielniederlage gegen Paraguay. Für den Trainer ist diese jedoch kein Problem: "Eine Niederlage in einem Testspiel ist keine Katastrophe", so Finke nach der Pleite gegen die für die WM nicht qualifizierten Südamerikaner. "Ich habe viel gesehen, was mir bei der Kader-Nominierung hilft", fügte der frühere Bundesligatrainer des SC Freiburg hinzu.

Gute Karten bei dem 66-Jährigen hat mittlerweile der Mainzer Stürmer Eric Maxim Choupo-Moting, der sowohl beim 2:0-Sieg am Montag (26.05.2014) über Mazedonien als auch gegen Paraguay traf. "Er hat eine gute Saison gespielt und das sieht man auch auf dem Platz", sagte Finke dem Sportmagazin kicker über den 25-Jährigen, der in der letzten Bundesligasaison zehn Tore erzielte. Defensivmann Joel Matip vom FC Schalke 04 ist zudem fest für die Abwehr vorgesehen.

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