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Kultur

Kameraschwenk von West nach Ost

Regisseure wie Roman Polanski und Oscar-Preisträger István Szabó sind weltberühmt – und damit eher die Ausnahme unter den Filmschaffenden in Polen, Ungarn und anderswo in Osteuropa. Ein Blick über den Tellerrand tut Not.

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"Möglichkeiten des Dialogs" (Tschechoslowakei 1982)

"Go East" heißt das Festival des mittel- und osteuropäischen Films in Wiesbaden. Das Programm und die Länderliste sind lang und fast schon eine Herausforderung in Sachen Geographie: 115 Filme aus Tschechien, Polen, der Slowakei, aus Slowenien, Estland, Kroatien, Serbien, Rumänien, aus Russland, Kirgisistan, Usbekistan, Mazedonien, Kasachstan und weiteren Ländern flimmern über die Leinwände.

Special für Spezialisten: Das Symposion

goEast Filmfestival Dilhiroj Jusup Razykov

"Dilhiroj" - Usbekistan 2002

Fester Bestandteil des Festivalprogramms ist ein wissenschaftliches Diskussionforum, diesmal zum Thema "Subversionen des Surrealen im mittel- und osteuropäischen Film". Im Kern geht es dabei um die Zusammenhänge von Filmästhetik und Politik.

Beispiel István Szabó: Der ungarische Regisseur hatte sich in den 1960er Jahren der stilistischen Mittel des Surrealen und Absurden bedient, um seine Botschaften zu transportieren. Sind sich Regisseur und Publikum heute noch so vertraut, dass die "Geheimsprache im Film" vom Zuschauer mühelos entschlüsselt werden kann? Szábo ist skeptisch, dass dies noch immer funktioniert - drei Kurzfilmprogramme und zwölf Langfilm-Sessions liefern jede Menge Diskussionsstoff.

Der Blick zurück : Dostojevskij-Retrospektive

goEast Filmfestival Selbstportrait mit Mutter Edvard Oja

"Selbstportrait mit Mutter" - Estland 2000

Wiesbaden und Dostojevskij – was hat das eine mit dem anderen zu tun? Nun, ausgerechnet im Wiesbadener Casino soll Fjodor Michailovitsch Dostojevskij (1821-1881) die Leidenschaft zum Spielen erfasst haben. Und in Wiesbaden wurde er angeblich auch wieder davon geheilt. Verfilmungen von Werken aus allen Schaffensperioden Dostojevskijs werden gezeigt, darunter Weiße Nächte, Schuld und Sühne und Die Brüder Karamazov.

Den besonderen Reiz der Rückschau machen die verschiedenen Adaptionen ein und desselben Stoffes aus. So sind zum Beispiel Luchino Viscontis Le notti bianche und Robert Bressons Quatre nuits d’un rêveur zu sehen.

"Vorhang auf!" für den Nachwuchs

Aktuelle Filmproduktionen von jungen Talenten aus Ost und West standen im Mittelpunkt des Hochschulfilmfestivals. Drei Publikumspreise in den Kategorien Dokumentar- und Experimentalfilm, Kurzfilm und Animationsfilm waren zu vergeben.

goEast Filmfestival Sofa Hyekung Jung

"Sofa" - Deutschland 2001

Gewinner in der Kategorie Dokumentarfilm wurde Ich hätte menschlich sein können von Barbara Medajska aus Lodz. Ebenfalls aus Lodz kommt der Sieger in der Kategorie Kurzfilm: die oscar-nominierte Produktion Männersache von Slavomir Fabicki. Das ist die Geschichte des vernachlässigten und von seinem Vater gequälten 13-jährigen Bartek - ein depressives Stimmungsbild des modernen Polen.

Der Preis für den besten Animationsfilm ging an Das Rad von Chris Stenner, Arvid Uibel und Heidi Wittlinger von der Filmakademie Ludwigsburg. Mit viel Ironie beschreibt diese Puppenanimation die Geschichte der Menschheit aus der Perspektive zweier Felsblöcke.

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