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Kultur

Kameras wachen über US-Schüler

In einigen US-Schulen sind aus Sicherheitsgründen Überwachungskameras installiert worden. Die Meinungen darüber gehen auseinander: Mehr Sicherheit oder totale Überwachung?

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Elektronische Überwachung soll Schüler vor Gewalttaten abschrecken

Im Biologieunterricht, beim Essen in der Schulkantine und in den Fluren - die Schüler der Biloxi High School im US-Bundesstaat Mississippi stehen unter ständiger Beobachtung. Über ihren Köpfen an den Decken wachen dutzende Kameras, die jeden Schritt verfolgen.

Das Ziel: Eine sichere Schule. Mit den Kameras sollen Gewalttäter abgeschreckt werden. Nach den Schießereien in Columbine und an anderen amerikanischen Schulen hatte der Distrikt Biloxi beschlossen, alle Schulen mit den Kameras auszustatten. Dank üppiger Steuereinnahmen von neun Spielcasinos, konnte der Plan auch schnell umgesetzt werden.

Nie aus dem Auge gelassen

800 digitale Kameras überwachen nun die mehr als 6000 Schüler im gesamten Distrikt, der damit Vorreiter in den USA ist. Ob Verbrechen oder Gewalttaten damit verhindert wurden, ist unklar. Schuldirektor Powell verweist aber neben dem Abschreckungseffekt auch auf die Aufklärung kleinerer Missetaten und andere positive Nebenwirkungen.

Der Schuldirektor Cecil Powell betont, dass ein Missbrauch der Kameraaufnahmen nicht möglich sei. Nur er und zwei weitere Mitglieder des Rektorats hätten Zugriff auf die digitalen Aufzeichnungen, die sie von jedem Internet-Computer aus ansehen können. Niemand müsse sich Sorgen vor einer Kontrolle machen, da die Kameras nicht dazu dienten, etwa den Unterricht eines Lehrers zu verfolgen.

Erster Schritt zum Überwachungsstaat?

Doch der Anwalt Lee Tien von der Bürgerrechtsorganisation
Electronic Frontier Foundation befürchtet gerade, dass die neue Technologie für solche Zwecke missbraucht werden könnte. Niemand könne ausschließen, dass ein Schulleiter damit überprüfe, ob ein Lehrer seine Klasse im Griff habe. Oder er könne sich mit den Kameras ein Bild über das Verhalten bestimmter Schüler machen.

Tien sieht auch die Gefahr der größer werdenden Akzeptanz eines Überwachungsstaates, wenn bereits Schüler an die ständige Beobachtung durch Kameras gewöhnt würden. Die Schulen in Biloxi seien nur die Spitze des Eisbergs. Spätestens seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 seien die Amerikaner bereit, dem Staat immer tiefere Einblicke in ihre Privatsphäre zu geben.

Andere Schulen ziehen nach

Bisher ist Biloxi der einzige Gemeindedistrikt in den USA, der seine Schüler so total überwacht. Doch andere Schulen zeigen ebenfalls Interesse an den Kameras. Viele sehen in den verhältnismäßig billigen Digitalkameras eine sinnvolle Ergänzung zu den an vielen Schulen bereits installierten Metalldetektoren an den Eingängen. Sollte es Schülern gelingen, Waffen an den Eingangsdetektoren vorbei zu schmuggeln, dann könnten sie noch über die Kameras entdeckt werden. (iw)

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