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WM-Qualifikation

Kalou: Verlieren gegen Marokko verboten!

Auf Salomon Kalou von Hertha BSC und die Elfenbeinküste wartet in der WM-Qualifikation ein Endspiel gegen Marokko. Gegenüber der DW spricht der Stürmer über die WM-Chance und die Entwicklung im afrikanischen Fußball.

Für Hertha-Stürmer Salomon Kalou wäre es "ein Desaster", sollte er sich mit der Elfenbeinküste nicht für die WM in Russland qualifizieren. Zuletzt waren die Westafrikaner bei drei WM-Endrunden in Folge dabei, liegen nun aber einen Punkt hinter Tabellenführer Marokko in der Qualifikationsgruppe C. Das nächste Spiel entscheidet: Mit einem Unentschieden fahren die Marokkaner zur WM, die Ivorer brauchen beim Heimspiel in Abidjan unbedingt einen Sieg.

"Wenn wir es nicht schaffen, sind wir selber daran schuld", sagte Kalou im DW-Interview. "Es bringt nichts, dann störende Einflüsse von außen verantwortlich zu machen. Wir müssen dafür geradestehen und erkennen, dass wir jetzt eine letzte Chance haben, unser Ziel zu erreichen. Schlagen wir Marokko, sind wir durch. So einfach ist das."

Das Ende einer Ära?

Im vergangenen Jahrzehnt war die Elfenbeinküste eine der dominierenden Kräfte im afrikanischen Fußball. Auch bei der Qualifikation für Russland zählten die "Elefanten" zu den Favoriten und waren als klarer Gruppensieger erwartet worden. Neben Kalou stehen mit Manchester Uniteds Eric Bailly, Tottenhams Serge Aurier und dem Ex-Stuttgarter Serey Die, der wieder beim FC Basel spielt, weitere Topstars im Kader.

Fußball | Africa Cup 2017 | Togo vs Elfenbeinküste (Getty Images/AFP/I. Sanogo)

Beim Afrika-Cup im Januar scheiterte die Elfenbeinküste im letzten Gruppenspiel an Marokko und schied aus - und diesmal?

Doch ein schwacher Auftritt beim Afrika-Cup Anfang des Jahres - die Ivorer schieden in der Gruppenphase aus - und fehlende Konstanz unter der Leitung von Trainer Marc Wilmots könnten nun dazu führen, dass die Elfenbeinküste erstmals seit 2002 wieder nur Zuschauer bei einer WM ist. Kalou räumt ein, dass die gezeigten Leistungen oft nicht der wahren Stärke seines Teams entsprochen hätten: "Wir haben einige große Spieler, und mit unserer Qualität hätte die Qualifikation keine große Sache sein dürfen. Wir müssen jetzt auf uns schauen und uns fragen: Wollen wir bei der WM dabei sein oder nicht?" Ohne bedingungslosen Einsatz gehe es nicht, sagt der Herthaner. "Wir sind gut genug, das wissen wir. Aber wir müssen es auch zeigen!"
Die Partie gegen Marokko am Samstag wird ein echtes Endspiel - und es geht für beide Teams um viel. Die Gäste könnten selbst Geschichte schreiben und erstmals seit 1998 wieder eine WM-Endrunde erreichen.

Hoher Investitionsbedarf

Bislang war noch nie eine afrikanische Mannschaft im Halbfinale einer WM dabei. Schlechte Bedingungen in den Heimatländern und fehlende Investitionen haben die Afrikaner lange behindert. Salomon Kalou glaubt, dass hier einer der wichtigsten Schlüssel für Afrika liegt, um künftig auch dann noch dabei zu sein, wenn die besten vier Nationalteams der Welt sich miteinander messen. "Ich mache mir um die kommenden Generationen junger ivorischer Spieler keine Sorgen", sagt Kalou. "Das ganze Land brennt für den Fußball. Weniger gut sind die Plätze und Trainingsbedingungen."

Elfenbeinküste Abidjan Kinder spielen Fußball in Trainigszentrum (Getty Images/AFP/S. Kambou)

In Akademien wie diesen trainieren ivorische Kinder für eine mögliche Fußballkarriere - barfuß und auf Lehmplätzen

Nirgendwo seien die Plätze und Stadien annähernd auf europäischem Niveau, so Kalou. Investiere man hier, werde sich auch die Qualität der Spieler noch weiter verbessern. Zudem profitiere man bereits vom Know-how gut ausgebildeter Trainer und einer besseren Organisation in den Verbänden. "Es ist jetzt viel besser als noch vor zehn oder 15 Jahren. Es ist ein gutes Beispiel dafür, dass Kooperation einen deutlich weiterbringt." Eine professionelle Einstellung in allen Bereichen bringe den Erfolg, glaubt Kalou, hier hätten die Elfenbeinküste und ganz Afrika schon einen großen Schritt gemacht.

Der nächste Schritt für ihn und sein Heimatland wäre nun der Sieg im Qualifikationsendspiel gegen Marokko.