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Fußball

Kalou: "Champions League ist großes Ziel"

Mit neun Treffern ist Salomon Kalou bester Torschütze von Hertha BSC in der laufenden Saison. Wie er in Berlin zu seiner Form gefunden hat und was ihn in der Bundesliga inspiriert, erzählt der Ivorer im DW-Interview.

DW: Sie haben bei Hertha BSC Ihre absolute Topform wieder gefunden. Welche Faktoren spielen dabei eine Rolle?

Salomon Kalou: Nach meinem Wechsel war die Bundesliga völlig neu für mich. Außerdem musste sich unsere Mannschaft erst noch finden, mit mir waren ja einige neue Spieler nach Berlin gekommen. In dieser Saison hatten wir die Zeit, um uns richtig aufeinander einzustellen. Ich war im Trainingslager dabei und konnte die Teamkollegen besser kennenlernen. Ich glaube, das hilft mir gute Leistungen zu bringen.

Neun Tore haben sie in der laufenden Bundesliga-Saison schon erzielt. Haben Sie eine persönliche Zielmarke im Auge?

Ich sehe das lieber aus der Perspektive der Mannschaft. Da spielt es keine Rolle, wie oft ich treffe. Was zählt, ist, dass wir als Team erfolgreich sind. In dieser Saison haben wir einen Lauf und können die Champions-League-Qualifikation schaffen. Das ist viel wichtiger als meine persönliche Torquote.

Sie haben die Champions League mit dem FC Chelsea schon einmal gewonnen. Wie sehr motiviert Sie die Chance, auch mit Hertha BSC in der Königsklasse anzutreten?

Die Champions League ist der aufregendste Wettbewerb in Europa. Dort zu spielen gibt jedem Spieler die Möglichkeit, sein Können zu zeigen und sich mit den Besten zu messen. Für Hertha BSC und uns als Mannschaft wäre das eine großartige Chance, unseren Fußball zu zeigen. Die Fans würden sich natürlich freuen, wenn wir gegen die großen Clubs antreten. Dieses Ziel motiviert uns alle. Deswegen sollten wir uns aber keinen Druck machen, sondern konzentriert und locker weiter spielen. So wie in der Hinrunde. Wenn das klappt, können wir es schaffen.

Deutschland Fußball Bundesliga Hertha BSC vs. 1. FSV Mainz 05 (Photo credit should read R. Michael/AFP/Getty Images)

Hertha BSC hat sich zur Halbzeit der Saison in der Spitzengruppe festgesetzt

Jetzt steht die Partie gegen Borussia Dortmund an. Für Sie und die Hertha eine wichtige Partie gegen einen direkten Liga-Konkurrenten. Außerdem treffen Sie auf Pierre-Emerick Aubameyang, der gerade zu Afrikas Fußballer des Jahres gekürt wurde. Freuen Sie sich auf dieses Duell?

Wie schon gesagt zählt für mich der Erfolg der Mannschaft. Für Pierre ist es eine große Ehre, diesen Titel gewonnen zu haben. Er hatte eine gute Saison mit Dortmund und hat es verdient. Trotzdem gehe ich nicht in eine Partie, um mich mit einem Spielern zu messen. Ich versuche, mein Bestes zu geben und meinem Team zu helfen, das Spiel zu gewinnen. Dortmund ist ein harter Gegner für uns. Sie haben schon fantastischen Fußball gespielt und viele Tore erzielt. Aber genau das sind die Gegner, die es zu schlagen gilt in der Champions League. Insofern ist das ein guter Test

Bei den Leistungen die Hertha BSC gezeigt hat, ist Angst vor Dortmund auch nicht angebracht. Wie stellt Euch der Trainer Pal Dardai auf solche Spiele ein?

Als Spieler ist man vor so einem Match sowieso motiviert. Es ist einfach eine riesige Herausforderung. Man muss darauf eingestellt sein, hochkonzentriert und mit viel Einsatz zu verteidigen. Genauso wichtig ist es, im Angriff jede Möglichkeit zu nutzen. Das, denke ich, wird der Trainer betonen. Wir müssen an uns glauben und daran, dass wir jedes Team in der Bundesliga schlagen können. Hier vor eigenem Publikum müssen wir agieren und auch nach vorne spielen, bei den wenigen Chancen, die sich bieten, muss man bereit sein, sie eiskalt auszunutzen.

Lassen Sie uns kurz zurückblicken: Ende August 2014 kamen Sie nach Berlin. Was hat Sie in die Bundesliga und zu Hertha BSC gelockt?

Bundesliga Hannover 96 - (Foto: picture-alliance/dpa/P. Steffen)

Mit neun Toren hat Kalou schon jetzt mehr Treffer als in der gesamten vergangenen Saison

Hertha BSC ist ein Klub mit langer Tradition. Und es gibt als Spieler die Möglichkeit hier Geschichte zu schreiben, weil der Verein eben noch nicht viele Titel gewinnen konnte. Wenn ich also hier mithelfe, einen Titel zu holen, wird mein Name immer damit verbunden sein. Das ist die Herausforderung. Man muss sich immer selbst antreiben nach Höherem zu Streben. Ich habe mit Chelsea zum ersten Mal in der Klubgeschichte die Champions League gewonnen. Ich stehe dort also mit der ganzen Mannschaft in den Geschichtsbüchern. Das will ich auch hier in Berlin schaffen.

Gibt es Bundesligaspieler, die Sie inspiriert haben?

Ehrlich gesagt sind es sogar viele. Ein Paar will ich nennen: Robert Lewandowski sicherlich, Arjen Robben und Giovane Elber. Das ist schon etwas länger her. Stéphane Chapuisat der Schweizer, der lange für Dortmund gespielt hat. Und Matthias Sammer, weil er der zweite Abwehrspieler war, der Weltfußballer des Jahres (1996) geworden ist.

In Ihrer Aufzählung sind ganz schön viele Spieler von Bayern und Dortmund. Zufall?

Dortmund und Bayern sind die beiden Klubs, die regelmäßig in der Champions League gespielt haben. Deswegen habe ich diese Spieler vor Augen:Sammer, Elber - all diese Namen von damals.

Zumindest müssen Sie als Spieler in dieser Saison nicht an Sammer vorbei, um Tore zu schießen. Das ist doch eine kleine Erleichterung…

Er war ein großartiger, ein fantastischer Defensivspieler. Deswegen hat er die Weltfußballer-Wahl gewonnen. Weil er einfach überragend war.

Vielen Dank für das Gespräch.

Salomon Armand Magloire Kalou wurde 1985 in Oumé/Elfenbeinküste geboren. Sein erster Verein war ASEC Mimosas in der ehemaligen ivorischen Hauptstadt Abijan. Von 2003 bis 2006 stand der Stürmer bei Feyenoord Rotterdam unter Vertrag und wurde als Talent des Jahres in den Niederlanden ausgezeichnet. Mit dem FC Chelsea gewann er den englischen Meistertitel, beide Pokalwettbewerbe und die Champions League (2012). Nach einer Zwischenstation beim OSC Lille steht er seit dem 31. August 2014 bei Hertha BSC unter Vertrag. Kalou hat außerdem bisher 71 Länderspiele für die Elfenbeinküste absolviert