1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Kultur

Kalifornien will gesünder werden

Die Gesundheit der Bevölkerung liegt ihm offenbar am Herzen. Gouverneur Schwarzenegger unterzeichnete ein Gesetz, das Restaurants in dem US-Bundesstaat von 2010 an den Einsatz so genannter Transfette verbietet.

Schwarzenegger im Fast-Food-Restaurant (dpa)

Fast-Food: Darauf will auch Schwarzenegger künftig verzichten

Vom Jahr 2011 an darf auch der Einzelhandel in Kalifornien keine unverpackten Produkte mehr anbieten, in denen die gesundheitsschädigenden Fette enthalten sind. Vollmundig erklärte der Gouverneur: "Kalifornien steht mit an der Spitze, wenn es um die Förderung von Gesundheit und guter Ernährung geht." Die Entscheidung vom Samstag (26.07.2008) sei ein großer Schritt in Richtung einer gesünderen Zukunft. Verstöße sollen zunächst mit einem Bußgeld von 25 Dollar geahndet werden, das sich bei Wiederholung bis auf 1000 Dollar erhöhen kann.

Proteste bei der Gastronomie

Kinder beim Verzehr von Pommes Frites (ap)

Auch sie sollen ihrer Gesundheit zuliebe auf Pommes verzichten

Kaliforniens Restaurant-Lobby wehrte sich bereits im Vorfeld heftig gegen das Gesetz. Die Entscheidung, sich ausgerechnt die Transfette als Gesundheitsbedrohung herauszupicken, sei willkürlich und verursache hohe Kosten, hieß es. Man zweifle nicht daran, dass von diesen Fetten eine Gesundheitsschädigung ausgehen könne. Es sei aber unsinnig ein einzelnes Produkt zu verbieten, sagte eine Sprecherin. Allerdings sind die Kalifornier nicht die ersten, die die Transfette vom Speisezettel verbannen wollen. Seit 2006 gilt in der Stadt New York ein ähnliches Gesetz für Restaurants und Imbissstuben. Einige Städte und Landkreise in den USA haben vergleichbare Regelungen verabschiedet.

Was sind Transfette?

Currywurst mit Brötchen (dpa)

Es schmeckt doch so lecker

Trans-Fettsäuren, kurz Transfette genannt, sind ungesättigte Fettsäuren mit einer bestimmten räumlichen Anordnung, der so genannten "trans- Konfiguration". Sie entstehen unter anderem bei der industriellen Härtung von Ölen zur Herstellung von Margarine, Back- und Streichfetten - aber auch beim Erhitzen und Braten von Ölen. Sie sind in vielen Lebensmitteln wie Backwaren, Fast-Food-Produkten, Snacks, Keksen, frittierten Speisen und fetten Brotaufstrichen enthalten. Ihre Beliebtheit in der Lebensmittelindustrie beruht vor allem darauf, dass sie deutlich preiswerter sind als hochwertige natürliche Fette. Zudem sind sie länger haltbar und lassen sich, zum Beispiel beim frittieren, häufiger verwenden.

Was sagt die Wissenschaft?

Für das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) zählen Trans-Fettsäuren aus ernährungsphysiologischer Sicht zu den unerwünschten Bestandteilen der Nahrung. Ebenso wie gesättigte Fettsäuren können sie den Gehalt an "schlechtem" LDL-Cholesterin im Blut erhöhen und damit das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen steigern. Es gibt dem BfR zufolge Hinweise darauf, dass sich die gleiche Menge an Trans-Fettsäuren im Vergleich zu gesättigten Fettsäuren ungünstiger auf den menschlichen Körper auswirkt. Nach Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sollen Transfette weniger als ein Prozent der täglichen Nahrungsenergie liefern. (qu)

Die Redaktion empfiehlt