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Amerika

Kalifornien: Dürre vorbei, Wasser marsch?

Drei Jahre lang haben sich Bürger und Politiker in Kalifornien Sorgen um die Wasserversorgung gemacht und streng gespart. Nun sind die Speicher wieder voll, aber: kein Grund, in den alten Trott zu verfallen!

USA Sturm Starkregen Überflutung in Kalifornien (Reuters/S. Lam)

Die Regenfälle im Januar haben hier (Petaluma) und da sogar Überflutungen verursacht

Drei Jahre lang hatte die kalifornische "Dürre" gedauert. Nun ist sie plötzlich vorbei. Die Pegel der großen und kleinen Wasserreservoirs des US-Bundesstaates liegen nach intensiven Niederschlägen Ende Dezember und Anfang Januar nun fast alle wieder deutlich über oder zumindest nah an ihrem historischen Durchschnitt.

Und vor allem: In den Bergen der Sierra Nevada liegt richtig viel Schnee. Nach schweren Blizzards sind es an einigen Orten wie Lake Tahoe zum Beispiel zwischen zwei und drei Meter.

Vor allem der Schnee in den Bergen entscheidet darüber, ob die hohen Pegelstände der Stauseen auch nachhaltig sind und die Wasserreserven bis in den nächsten Winter halten werden.

Infografik Karte Wasserstände in Kaliforniens größten Stauseen

Ein Leben in Wetter-Zyklen

Trockenperioden sind für Kalifornien nichts Ungewöhnliches. Nicht nur ist es in der Weltliteratur überliefert - etwa bei John Steinbeck - auch die Niederschlagsstatistik zeigt ein Muster von trockenen und regnerischen Jahren. So gab es etwa seit 1970 immer wieder Jahre, in denen wenig Schnee und Regen fiel und deshalb die Pegel der Stauseen zum Teil dramatisch einbrachen.

Das schwerste Trockenheitsereignis fand 1977 statt. Damals waren die Pegelstände der größeren und kleineren Stauseen noch niedriger als in der jüngsten Trockenphase. Diese hatte 2013, in einem El Nino Jahr, begonnen. Im -Januar 2014 erklärte Gouverneur Jerry Brown den Notstand. Die Trockenphase dauerte noch bis in den Sommer 2016 hinein.

Kalifornien USA Dürre 2015 (Getty Images/M.Ralston)

Im Frühsommer 2015 waren die Stauseen fast leer. 2017 steht einer guten Wassersportsaison nichts mehr im Wege.

Zwar wurde es bereits im Winter 2015/2016 etwas besser, weil die klimatische La Nina-Periode begann, die feuchte Luftmassen und Niederschläge nach Kalifornien brachte. Allerdings erholten sich die Pegelstände erst in diesem Winter richtig.

Es ist auch nicht ungewöhnlich, dass solche Phasen auch mal länger dauern können. Das zeigte sich schon zwischen 1989 und 1993, als die Pegelstände fast kontinuierlich unterdurchschnittlich niedrig lagen.

Das wahre Problem: Der Umgang mit Ressourcen

Eigentlich gibt es in Kalifornien selbst in trockenen Jahren genug Wasser, damit niemand verdursten muss. Die Frage ist nur: Wer darf es wofür verwenden? Am stärksten muss sich die Landwirtschaft beschränken, denn sie verbraucht den größten Anteil.

Obwohl sich die Bevölkerung des Staates seit dem zweiten Weltkrieg fast vervierfacht hat, verbrauchen die urbanen Ballungsgebiete nur 20 Prozent des verfügbaren Trinkwassers. Und selbst davon wurde früher nochmal die Hälfte verschwendet - für die Bewässerung von Gärten, Rasenflächen und Golfplätzen.

Anpassungsfähigkeit hat Priorität

Die letzte "Dürrephase" hatte also auch etwas Gutes: Sie hat den Menschen vor Augen geführt, dass sie vorsichtiger mit der Ressource Wasser umgehen müssen. Und diese Lehre soll nun, wo die Reservoirs wieder voll sind, nicht gleich verlorengehen.

So behalten die Behörden auch weiterhin neue strenge Regeln für den Umgang mit Wasser bei: Landwirte sollen vor allem Tröpfchenirrigation betreiben. Dabei wird das Wasser nicht einfach großflächig auf die Erde aufgebracht, wobei ein Großteil wieder verdunstet. Sondern es gelangt direkt an die Wurzeln der Pflanzen. So lassen sich - etwa im Weinbau - riesige Wassermengen einsparen.

Noch strengere Regeln gelten für die Bewässerung urbaner Rasenflächen. Eine Überwässerung von Rasen kann mittlerweile empfindlich bestraft werden. Und Kalifornien hat in den letzten Jahren auch sehr viel in die Wiedergewinnung von Grund- und Abwässern investiert - damit die nächste Trockenperiode die Menschen nicht wieder unvorbereitet trifft.

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