Kalifornien: Buschbrände bedrohen Los Angeles | Aktuell Amerika | DW | 07.12.2017
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Kalifornien

Kalifornien: Buschbrände bedrohen Los Angeles

Nach den verheerenden Feuern im Ventura County lodern die Flammen nun auch nahe der Metropole im Süden des US-Sonnenstaates. Das Reichenviertel Bel Air ist ebenso bedroht wie das weltberühmte Getty Center.

Die Behörden forderten die Bewohner mehrerer Stadtteile dazu auf, sich in Sicherheit zu bringen. Die Großstadt lag wegen der großflächigen Waldbrände, die seit Montag im benachbarten, nordwestlich von Los Angeles gelegenen Ventura County wüten, bereits unter dichtem Rauch. Brände dehnten sich auch im bekannten Reichenviertel Bel Air im Norden der Stadt aus. Winde mit Geschwindigkeiten von 40 Kilometern pro Stunde könnten laut Wetterprognosen die Verbreitung weiter beschleunigen.

Die Behörden sperrten die Schnellstraße 405, eine der Hauptverkehrsadern Kaliforniens. Von den Flammen bedroht ist auch das weltberühmte Kunstmuseum Getty Center. Die Kunstwerke würden durch Luftfiltersysteme vor dem Rauch geschützt, teilte das Museum im Kurzbotschaftendienst Twitter mit.

Gebäudetrümmer in der Nähe von Bel Air (Foto: Reuters/A. Cullen)

Was die Flammen bei ihrem Raubzug übrig ließen: Gebäudetrümmer in der Nähe von Bel Air

Die Feuer in Ventura County konnten bislang nicht unter Kontrolle gebracht werden. Nach Angaben der örtlichen Behörden mussten bereits 27.000 Menschen ihre Häuser verlassen. Mehr als 150 Gebäude wurden zerstört, mindestens ein Bewohner kam ums Leben, als sich sein Wagen auf der Flucht vor den Flammen überschlug. Die Brände erreichten nach Angaben der Feuerwehr inzwischen den östlichen Stadtrand von Ventura. Die Stadt am Pazifischen Ozean hat rund 100.000 Einwohner, mehr als 12.000 Gebäude sind bedroht. Mehrere Tausend Feuerwehrleute, die aus dem gesamten Staatsgebiet anrückten, sind im Einsatz.

Eine Aufnahme der Internationalen Raumstation ISS zeigt das ganze Ausmaß der Katastrophe in Kalifornien (Foto: Reuters/Courtesy @AstroKomrade/NASA)

Eine Aufnahme der Internationalen Raumstation ISS zeigt das ganze Ausmaß der Katastrophe in Kalifornien

Eine Beruhigung der Lage ist weiterhin nicht in Sicht: Der nationale Wetterdienst erwartet für diesen Donnerstag "extrem kritisches" Wetter mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 100 Kilometern pro Stunde in Teilen Südkaliforniens. Der Gouverneur des US-Bundesstaates, Jerry Brown, verhängte den Notstand. Eric Garcetti, der Bürgermeister von Los Angeles, sprach von einem "Wunder", das bisher keine Todesopfer aus den Brandgebieten gemeldet wurden.

Die Region leidet bereits seit Jahren unter einer Dürre. In diesem Jahr wurde Kalifornien bereits von verheerenden Feuern heimgesucht. Erst im Oktober kamen bei Flächenbränden in den weiter nördlich gelegenen Weinanbaugebieten mehr als 40 Menschen ums Leben.

sti/cr (afp dpa)