1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Kultur

Kairo: Zeitenwende im Kulturdialog

GIC - die drei Buchstaben stehen für "German Information Centre", und das befindet sich mitten in der ägyptischen Hauptstadt Kairo. Denn hier startete die Bundesregierung eine Informationsoffensive.

default

In Kairo lädt das German Information Centre die Ägypter zum Diolog ein

Kairos Straßen sind staubig und laut. Die Gebäude errichtet aus Beton oder Sandstein, wenige Farbtupfer erblickt das Auge des Besuchers in dem Häusermeer der 18-Millionen Metropole. Doch ein paar gibt es schon und einige sind Schwarz-Rot-Gold. Unweit der Ufer des Nil kennzeichnet die deutsche Flagge den Standort des deutschen Informationszentrums in Kairo – oder "German Information Centre – GIC“, wie es offiziell heißt. Am 15. Februar 2005 öffnete es sein Tore. Seitdem führt ein beständiger Strom von Ägyptern aller Altersklassen in das GIC, die hier mehr erfahren wollen über "Almaniya“ – Deutschland, wie es auf Arabisch heißt.

Neuer Focus Arabische und Islamische Welt Kulturdialog - das ist das Stichwort einer groß angelegten Initiative der Bundesregierung, die bereits im Jahr 2002 begann. Vor drei Jahren richtete der damalige Außenminister Fischer das Amt des Beauftragten für den Dialog mit der islamischen Welt ein. Er berät alle Arbeitsebenen im Auswärtigen Amt und wird unterstützt von einem Arbeitsstab, der ein Netz von sprach- und fachkundigen Referenten an den deutschen Auslandsvertretungen in der islamischen Welt koordiniert. Deren Aufgabe ist es, über gesellschaftliche Diskurse in ihren Gastländern zu berichten, Kontakte zur Zivilgesellschaft zu pflegen, lokale Partner für die Zusammenarbeit zu identifizieren und mit diesen konkrete Projekte auszuarbeiten.

Erste deutsche Universität im Ausland eröffnet in Kairo

Vor zwei Jahren hat in Kairo die erste deutsche Universität im Ausland eröffnet.

Zusätzlichen Rückhalt bekam die Initiative durch Sondermittel des Programms "Europäisch-Islamischer Kulturdialog" in Höhe von jeweils 5,1 Millionen Euro in den Folgejahren. Der größte Anteil dieser Mittel wird in den so genannten Kulturmittlerorganisationen eingesetzt. Damit sind zum Beispiel die Goethe-Institute, der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) oder das Institut für Auslandsbeziehungen gemeint – und auch das GIC.

Ziel: Verbesserung der Bildungsmisere

Vor was für Herausforderungen viele arabische Länder stehen, geht aus dem 'Arab Human Development Report’ des United Nations hervor. Arabische Autoren stellen darin eine Bildungsmisere in den arabischen Ländern fest, deren Bevölkerung zu 50 Prozent aus jungen Menschen unter 25 Jahren besteht. Diese Daten ließen sich zudem auf zahlreiche nicht-arabische islamische Länder übertragen. Deswegen ist einer der Schwerpunkte des Dialogs der Schul- und Bildungsbereich und die Jugendarbeit.

Die jeweilige Landessprache ist einer der wichtigsten Schlüssel, um vor allem die jungen Menschen zu erreichen. Die deutsche Kulturarbeit in der islamisch geprägten Welt fand bisher nicht nur auf Deutsch, sondern zum überwiegenden Teil auch auf Englisch und Französisch statt. Die Erweiterung der Projekte im "Europäisch-Islamischen Kulturdialog" um arabische Sprachversionen bedeutet daher eine Zeitenwende. In vielen Ländern sprechen vor allem Frauen und junge Leute keine westliche Fremdsprache. Erst mit neuen Angeboten, wie es sie im GIC gibt, können auch sie von den Initiativen profitieren.

"Sanfter" Kampf gegen den Terrorismus

Der "Dialog mit der islamischen Welt" ist laut dem Auswärtigen Amt eine der Säulen einer langfristigen Strategie zur Bekämpfung des internationalen Terrorismus. Dem GIC in Kairo kommt dabei eine besondere Rolle zu: Es soll auf lange Sicht einen Beitrag zur Konfliktprävention leisten, der Dialog ein Angebot für diejenigen Menschen sein, die sich gegen Gewalt entschieden haben. Es soll Kräfte unterstützen, die Reformen und ihre eigene Identität mit friedlichen Mitteln entwickeln wollen, damit sie in ihren Ländern eine politische Alternative zu gewaltbereiten Gruppen bieten.

Die Redaktion empfiehlt

WWW-Links