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Wirtschaft

Kahlschlag in der Computerindustrie

Die amerikanischen Computerkonzerne IBM und Hewlett-Packard streichen knapp 30.000 Stellen. Der Abbau in verschiedenen Ländern soll Milliardensummen einsparen.

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Der Jobabbau soll 1,9 Milliarden Dollar einsparen

Hauptquartier Hewlett Packard Palo Alto Kalifornien USA

Das HP-Hauptquartier in Palo Alto, Kalifornien

Genau 14.500 Jobs wollen die IT-Riesen IBM und Hewlett-Packard jeweils streichen. IBM entlässt damit trotz guter Gewinne 1500 Mitarbeiter mehr als die 13.000, von denen noch im Mai die Rede war. Die Hauptlast wird Westeuropa tragen, wo 70 Prozent der Arbeitsplätze wegfallen sollen. Etwa die Hälfte der betroffenen Mitarbeiter habe den Konzern schon verlassen, erklärte IBM-Finanzvorstand Mark Loughride am Dienstag (19.7.2005) bei der Vorstellung der überraschend guten Quartalsbilanz.

Regionale Verteilung noch unklar

Demonstration gegen Arbeitslosigkeit undGeorge Bush in New York

Arbeitslosen-Demonstration im September 2004 in New York

Beim Computerhersteller Hewlett-Packard hat der Abbau dagegen noch nicht begonnen. Die betroffenen 14.500 Beschäftigten, rund zehn Prozent der gesamten Belegschaft, sollen im Laufe der kommenden anderthalb Jahre entlassen werden. In welchen Ländern wie viele Angestellte gehen müssen, teilte HP am Dienstag noch nicht mit. Der massive Jobabbau ist Teil eines umfassenden Umstrukturierungspakets, mit dem der Konzern jährlich bis zu 1,9 Milliarden Dollar Kosten einsparen will. Für Mitarbeiter in den USA, die schon länger bei HP beschäftigt sind, plant das Unternehmen Vorruhestandsregelungen.

Entlassungen sollen Gewinne verbessern

Computer Umschulung in den USA

Computer-Umschulung für Arbeitslose in den USA

Der Stellenabbau sei Teil der Strategie des neuen Chefs Mark Hurd zur Steigerung des Unternehmensgewinns, teilte der zweitgrößte Hersteller von Personalcomputern (PC) am Dienstag mit. Die Mehrheit der 14.500 Arbeitsplätze werde in den Sparten Informationstechnologie, Finanz- und Personalwesen abgebaut. Die Kosten für die Umstrukturierungen veranschlagt das in Palo Alto in Kalifornien ansässige Unternehmen auf 1,1 Milliarden Dollar in den nächsten sechs Quartalen. Der Aktienkurs war wegen der erwarteten Ankündigung am Montag auf den höchsten Stand seit Januar geklettert.

Fiorinas Entlassung war ein Vorzeichen

Mark Hurd Vorstandsvorsitzender Hewlett Packard

Der HP-Chef Mark Hurd

Vor einem halben Jahr war die langjährige Hewlett-Packard-Chefin Carly Fiorina überraschend entlassen worden. Begründet wurde der Rauswurf der bekanntesten Managerin der Welt mit der schleppenden Umsetzung von Sparmaßnahmen. Außerdem war der Umsatz nicht so schnell gestiegen wie ursprünglich erwartet. Vor ihrer Entlassung war Fiorina wiederholt von Analysten wegen ihrer ehrgeizigen Expansionspläne kritisiert worden. Sie wollte das Unternehmen, das vor allem mit Druckern bekannt geworden ist, in einen Beratungskonzern umwandeln. Die Übernahme des Konkurrenten Compaq im Jahr 2002 hatte Fiorina gegen den erbitterten Widerstand von Aktionären und Verwaltungsrat durchgesetzt.

Märkte honorieren Abbau

Bei IBM werden die meisten Stellen in der Dienstleistungssparte mit ihren 180.000 Bediensteten gestrichen. Die Zahl sei höher als ursprünglich geplant, da es in Europa eine gute Akzeptanz der freiwilligen Programme gegeben habe, erklärte der Finanzvorstand Loughride. IBM hatte wegen des weggefallenen PC-Bereichs in der Hardware-Sparte einen starken Umsatzrückgang von 25 Prozent auf 5,6 Milliarden Dollar zu verzeichnen. Die Software-Sparte steigerten den Umsatz um zehn Prozent auf 3,8 Milliarden Dollar. IBM verdiente im zweiten Quartal aus dem laufenden Geschäft 1,85 (Vorjahresvergleichszeit: 1,74) Milliarden Dollar oder 1,14 (1,01) Dollar je Aktie. Der Finanzchef Loughridge bezifferte die angefallenen Sonderbelastungen durch den Stellenabbau auf 1,7 Milliarden Dollar vor Steuern. IBM rechnet in der weiteren Jahreshälfte mit Kostenersparnissen von 500 Millionen Dollar und mit Einsparungen von 1,3 Milliarden Dollar im Jahr 2006. Die Aktie legte zum Start in New York um 3,72 Prozent auf 84,85 Dollar zu. (stu)

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