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Kabul: Taliban-Chef Mullah Omar ist tot

29. Juli 2015

Die afghanische Regierung hat den Tod von Mullah Mohammed Omar nun offiziell bestätigt. Im Laufe des Tages hatte es immer mehr Hinweise darauf gegeben, dass der Taliban-Chef verstorben ist.

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Mullah Mohammed Omar
Bild: picture alliance/CPA Media

Nun hat auch die afghanische Regierung in einer offiziellen Erklärung bekannt gegeben: Taliban-Chef Mullah Omar lebt nicht mehr. "Auf der Basis glaubwürdiger Informationen bestätigt die Regierung, dass Taliban-Anführer Mullah Mohammed Omar im April 2013 in Pakistan gestorben ist", hieß es in einer Mitteilung aus dem Präsidentenpalast. Und weiter heißt es darin, man sehe das Fenster für Friedensgespräche mit den Taliban weiter als je zuvor geöffnet und rufe alle bewaffneten Oppositionsgruppen auf, diesen Friedensprozess mitzutragen.

Immer mehr Hinweise auf Omars Tod

Der Talibanchef war bereits mehrfach für tot erklärt worden. An diesem Mittwoch hatten sich die Hinweise auf den Tod Omars dann immer mehr verdichtet. Mehrere Medien griffen das Thema auf. In einer daraufhin einberufenen Pressekonferenz hatte die Regierung in Kabul zunächst lediglich erklärt, man überprüfe die Hinweise. Die Taliban selbst dementierten umgehend den Tod von Omar.

Der Taliban-Führer war seit fast 15 Jahren abgetaucht. Bereits mehrfach wurde er für tot erklärt, zuletzt 2011. Doch vor zwei Wochen - pünktlich zum Ende des Fastenmonats Ramadan - gab es ein neues Lebenszeichen von ihm: Danach signalisierte er seine Zustimmung für die Aufnahme von Verhandlungen zwischen den Taliban und der afghanischen Regierung.

Taliban veröffentlichte Biografie

Im April veröffentlichten die Taliban eine 5000 Seiten lange Biografie ihres Anführers, um zu beweisen, dass Omar noch am Leben sei und regelmäßig mit seiner Umwelt in Kontakt stehe. Doch viele Zweifel blieben.

Mohammed Omar: Fahndungsaufruf der USA (Foto: AP)
Kopfgeld auf Mohammed Omar: Fahndungsaufruf der USABild: picture alliance/AP Photo

Selbst bei den wenigen Fotos, die es von Mullah Mohammed Omar gibt, ist nicht völlig geklärt, ob sie wirklich sein Gesicht zeigen. Als gesichert gilt allerdings, dass Omar in den 1980er-Jahren an der Seite von Osama bin Laden gegen die sowjetischen Besatzer in Afghanistan kämpfte. Dabei verlor er ein Auge.

Gastgeber für Al-Kaida

Als die Sowjets 1989 abziehen mussten, ging er als Lehrer an eine Koran-Schule. In den darauffolgenden Jahren eskalierten die Machtkämpfe am Hindukusch. Omar führte seine Koran-Schüler, die Taliban, zum Sieg und übernahm 1996 die Herrschaft in Afghanistan, wo er ein islamistisches Regime errichtete.

Die USA suchen ihn seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001, weil der Führer der afghanischen Taliban-Bewegung ein williger Gastgeber für das Al-Kaida-Netzwerk war. Und ohne die Gastgeberrolle der afghanischen Taliban für Osama bin Laden hätte es vermutlich keinen westlichen Militäreinsatz gegen das islamistische Regime in Kabul gegeben.

mm/jj (dpa, rtr)