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Kultur

Kabelsalat?

Die Deutsche Telekom hat Zweidrittel ihres Kabelnetzes verkauft. Der neue Eigentümer John Malone ist einer der mächtigsten Medienmanager. Er will und wird das Fernsehen in Deutschland verändern.

John Malone sorgt für Aufruhr in der deutschen Medienszene. Der 60-jährige Selfmade-Milliardär aus Colorado ist Chairman von Liberty Media, einer kleinen Firma im US-Bundesstaat Colorado mit nur 60 Mitarbeiter und einer enormen Macht. Die Firma hat sich auf Medienbeteiligungen spezialisiert: 4 Prozent an AOL Time Warner, 18 Prozent an Rupert Murdochs News Corporation, 43 Prozent am Einkaufskanal QVC, 49 Prozent am Dokumentationskanal Discovery Channel - Und das ist nur eine Auswahl aus einer Liste von mehr als 100 Medienbeteiligungen weltweit.

Der Plan

Liberty will groß ins deutsche Mediengeschäft einsteigen. Im September einigte sich der US-Konzern mit der deutschen Telekom auf die Übernahme von sechs der neun regionalen Kabelnetze – zu einem Preis von 5,5 Milliarden Euro. Malone würde damit 60 Prozent des deutschen Kabelnetzes kontrollieren.

Lange war es ein Gerücht, jetzt kam die Bestätigung vom Bundeskartellamt: Malone will beim Bezahlfernsehen Premiere World des deutschen Medien-Zars Leo Kirch einsteigen. Geplant ist die Übernahme des 22-prozentigen Anteils der News Corporation an Kirchs PayTV. Die liegen derzeit noch in den Händen des australischen Medienmoguls Rupert Murdoch, der allerdings nicht unglücklich darüber wäre, seine Anteile an Premiere los zu werden. Premiere ist 11 Jahre nach dem Sendestart noch immer ein Verlustgeschäft mit einem Defizit von jüngst 1,7 Milliarden Mark und einer viel zu geringen Zahl von Abonnenten.

Die Kirch-Gruppe zeigte sich erstaunt über den forschen Schritt der amerikanischen Kollegen. Eine Sprecherin erklärte, eine Kooperation oder Beteiligung könne nur unter Mitwirkung der Kirch-Gruppe erfolgen.

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