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Schwäbisch

Kabarett vom Feinsten: Mathias Richling

Immer unter Strom, redet ohne Punkt und Komma – nicht gerade ein typischer Schwabe. Und doch bringt der Kabarettist Mathias Richling den schwäbischen Charakter wie kaum ein anderer auf die Bühne.

Mathias Richling

Als schusseliges Mütterlein, als geschwätziger Sophist, als respektloser "Bruddler", Angela Merkel, Horst Köhler oder Ulla Schmidt – Mathias Richling ist schon in viele Rolle geschlüpft. Mittlerweile hat er im Jahr bis zu 300 Auftritte. Das Publikum kann offensichtlich nicht genug von seinem Witz bekommen.


Sternstunden des Kabaretts
Sein Programm ist immer aktuell, seine Themen sind greifbar nah: Papst, Kirche, Sex, Politik, Frieden sowie die Laster und Eigenheiten großer Politiker. Seit einigen Jahren gehört Richling zum Team der bekannten Fernsehsendung "Scheibenwischer" – politisches Kabarett vom Feinsten.

In der Rolle des Fernsehschwaben wurde Richling auch über das Ländle hinaus bekannt. Dadurch sei er verpflichtet gewesen, sich alle vierzehn Tage mit der aktuellen Lage auseinanderzusetzen, sagte er selbst mal in einem Zeitungsinterview. Um immer auf dem Laufenden zu sein, liest er oft noch nachts nach seinen Auftritten bis in den frühen Morgen hinein Zeitung.


Aus der Provinz nach Stuttgart
Angefangen hat Richling mit unpolitischen Programmen. Seine künstlerische Karriere begann früh, und zwar dort, wo er 1953 geboren und aufgewachsen ist: im schwäbischen Endersbach. Als Schüler fiel er schon durch parodistische Leistungen auf. Mit 16 trat er auf bunten Abenden und Betriebsfeiern auf.

Bereits drei Jahre später bekam er sein erstes Engagement am Stuttgarter Theater der Altstadt. 1978 wurde er mit dem Förderpreis zum Deutschen Kleinkunstpreis ausgezeichnet. Da galt er schon als einer der profiliertesten und begabtesten jungen Kabarettisten und Stimmparodisten in der Bundesrepublik.

Nicht nur lustig
Er wirkt immer wie ein Nervenbündel, wenn er auf der Bühne steht. Ruhe kennt dieser Mann offensichtlich nicht. Aber genau das scheinen auch seine Zuschauer zu mögen: Dass er nicht mit souveräner Komik über den Dingen steht, sondern dauernd mit seinen Nerven am Ende ist, geistig unter die Räder kommt.

"Sein Bewusstsein zeigt die Einschlaglöcher, die der politische und gesellschaftliche Alltag bei uns hinterlassen müsste, wenn es mit rechten Dingen zuginge", sagte der Kulturkritiker Hellmuth Karasek über Richling. Für den Kabarettisten selbst ist es aber am schönsten, wenn die Leute seine Vorstellungen nicht nur belustigt, sondern auch nachdenklich verlassen.

Autorin: Janine Albrecht
Redaktion: Raphaela Häuser

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