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Künstler fordern von Merkel: Völkermord an Armeniern anerkennen

Kulturschaffende wenden sich in einem offenen Brief an die Kanzlerin: Sie verlangen von der Bundesregierung den Genozid an den Armeniern vor 101 Jahren offiziell anzuerkennen. Unter den Unterzeichnern: Fatih Akin.

In einem offenen Brief fordern die Künstler um die Regisseure Fatih Akin und Christian Petzold, "am 2. Juni klar Stellung zu beziehen und das Verbrechen an dem armenischen Volk als das zu bezeichnen, was es ist: ein Völkermord". Die türkische "Leugnung des Völkermordes" schaffe "die Grundlage für Gewalt in der Gegenwart", warnen die Künstler. Die Türkei weigere sich systematisch, sich ihrer Geschichte zu stellen. Doch gehe es um mehr als eine historische Einordnung, um mehr als eine Entschuldigung gegenüber den Nachkommen der Opfer. "Stellen Sie sich vor, Sie lebten in Deutschland und der Holocaust würde geleugnet – wäre das nicht eine Fortsetzung der eigentlichen Tat?"

Resolution zu Armeniern gefordert

Angestoßen haben den offenen Brief der Intendant der Dresdner Sinfoniker, Markus Rindt, und der deutsch-türkisch-armenische Komponist und Gitarrist Marc Sinan.

Erstunterzeichner sind neben Fatih Akin und Christian Petzold der Autor Doğan Akhanlı, die Regisseure Aysun Bademsoy-Petzold und Nuran David Calis, die Intendantin von Kampnagel Hamburg, Amelie Deuflhard, der Generaldirektor der Sächsischen Landesbibliothek, Thomas Bürger, sowie der Komponist Mikis Theodorakis.

Die Massaker an den Armeniern jähren sich 2016 zum 101. Mal. Im Jahr 1915 und in den folgenden Jahren wurden im Osmanischen Reich – dem Vorläufer der heutigen Türkei - bis zu 1,5 Millionen Armenier, Aramäer, Assyrer und Pontosgriechen vertrieben und getötet. Die türkische Regierung weist die Einstufung als Völkermord entschieden zurück.

Bundestag entscheidet über Resolution

Ursprünglich wollte der Bundestag bereits im vergangenen Jahr eine Resolution zu den Verbrechen verabschieden. Mit Rücksicht auf die Türkei geschah dies aber zunächst nicht. Nun soll nach Angaben von SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann am 2. Juni über einen neuen, fraktionsübergreifenden Entwurf abgestimmt werden. Der Bundestag und seine Vorgängerinstitutionen schwiegen seit 100 Jahren zum Völkermord an den Armeniern, schreiben die Künstler. "Doch eine Partnerschaft zerbricht nicht an dem, was ausgesprochen wird, sondern an dem, was unausgesprochen bleibt."


sd/so (dpa)

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