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Musik

Kühle Blonde mit südländischem Temperament

Elina Garanca ist das, was man einen Superstar nennt. Mit Bizets "Carmen" hat sie nun so etwas wie ihre Schicksalspartie gefunden, eine Rolle, in der sie derzeit konkurrenzlos scheint.

Elina Garanca (Foto: Deutsche Grammophon/Harald Hoffmann)

Elina Garanca

Ihren Aufstieg kann man ohne Übertreibung als kometenhaft bezeichnen: Innerhalb kürzester Zeit hat sich Elina Garanca in die erste Riege der internationalen Sängerprominenz gesungen, rangiert vom Bekanntheitsgrad auf Augenhöhe mit der allgegenwärtigen Anna Netrebko und Publikumsliebling Cecilia Bartoli.

Andreas Türck als Deutschlehrer

Nachdem sie 1999 an der Lettischen Musikakademie ihrer Heimatstadt Riga das Gesangsexamen abgelegt hatte, ging sie nach Deutschland – mit einem Engagement am Stadttheater in Meiningen in der Tasche. Doch es gab ein Problem: Elina Garanca sprach zu diesem Zeitpunkt kein Wort Deutsch.

"Als ich damals hier ankam, konnte ich kein einziges Wort", erinnert sich die Sängerin lachend. "Meine ersten Sprachkenntnisse habe ich mir dann anhand von Talkshows mit Andreas Türk und Bärbel angeeignet – immer mit einem dicken Wörterbuch auf den Knien. Und dann natürlich durch das Repertoire, das ich gesungen habe, etwa 'Rosenkavalier' oder 'Zauberflöte'. Ich habe mir immer alle Texte und Regieanweisungen übersetzt, denn man muss ja wissen, was man da singt."

Kaleidoskop an Emotionen

Elina Garanca (Foto: Harald Hoffmann/DG)

Elina Garanca

Mit ihrer klangschönen, facettenreichen Stimme machte sie in Meiningen rasch auf sich aufmerksam, wechselte daraufhin an die Oper in Frankfurt und von dort direkt an die Wiener Staatsoper.

Ihren internationalen Durchbruch feierte sie dann bei den Salzburger Festspielen in Mozarts "La clemenza di Tito" unter Nikolaus Harnoncourt, der in Salzburg schon Anna Netrebko zum Durchbruch verholfen hatte. Dass sie bei ihrem Salzburg-Debüt ausgerechnet in der sonst wenig beachteten Rolle des Annio brillierte, stellte ihre stimmlichen und darstellerischen Fähigkeiten eindrücklich unter Beweis.

Furore mit "Carmen"

Elina Garanca, Mezzosopran (Foto: Harald Hoffmann/DG)

Elina Garanca, Mezzosopran

Mit der Partie der Carmen sorgt Elina Garanca derzeit besonders für Furore. Für das Rollendebüt hatte sie sich noch den sicheren Hafen der Lettischen Nationaloper im heimatlichen Riga ausgesucht, doch schnell folgten viel beachtete Aufführungen in London, New York und unlängst in München.

Ein Jahr lang befasste sie sich mit der Rolle, bevor sie die Carmen auf der Bühne verkörperte. Zwölf Monate, in denen sie nicht nur die Musik in sich aufsog, sondern auch über den Charakter der Figur grübelte. Das Ergebnis bringt sie mit knappen Worten auf den Punkt: "Ich sehe die Carmen wahnsinnig kompliziert. Mit ihr sollte der Zuschauer alle Emotionen erleben: Er muss sie hassen, er muss sie lieben, er muss sie beneiden, er muss Angst um sie haben und sie bemitleiden. All das muss das Publikum durch die Darstellerin erleben können."

Autor: Bjørn Woll

Redaktion: Gudrun Stegen

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