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Nahost

Köpfe des Terrors

Der Terror hat viele Namen im Krisengebiet Nahost. Hamas, Dschihad, Fatah, Al Aksa. Ein DW-WORLD-Überblick über die führenden Köpfe und Profile der palästinensischen Terror-Organisationen.

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Hamas-Führer Scheich Salah Shehada

Nach den jüngsten Anschlägen in Tel Aviv und Nordisrael zeigt sich, dass der Terror über viele Köpfe verfügt. Schlägt die israelische Armee einen von ihnen ab, ist der nächste schon nachgewachsen.

Die Ermordung Salah Shehadehs, bei dem auch zahlreiche unbeteiligte Menschen ums Leben kamen, sollte den militärischen Führer der palästinensischen Terror-Organisation Hamas ausschalten. Doch zahlreich sind jene, die den Kampf gegen Israel weiterführen.

Der am 23. Juli zusammen mit seiner Familie ermordete Salah Shehadeh war der Führer des militärischen Flügels der Hamas. Er stand ganz oben auf der israelischen Fahndungsliste, weil er für Dutzende von Anschlägen und Überfällen auf Israelis verantwortlich gemacht wurde. Die Hamas (Abkürzung für islamische Widerstandsbewegung) entstand 1987. 1989 wurde die Organisation von Israel verboten. Seit Beginn des zweiten Palästinenser-Aufstandes am 28. September 2000 konnte Hamas erheblich an Bedeutung gewinnen. Die Organisation finanziert sich aus Mitgliederspenden sowie aus Zuwendungen islamischer Staaten wie Saudi-Arabien oder dem Iran.

Geistliches Oberhaupt, Gründer und unumstrittener Führer der Hamas ist Scheich Ahmed Jassin (Sheikh Ahmad Isma`il Yassin). Jassin wurde 1938 geboren, wuchs in einem Flüchtlingslager auf und ist seit 1952 auf einen Rollstuhl angewiesen. Er lebt in Gaza und organisiert die finanzielle Unterstützung für den Kampf gegen Israel aus den arabischen Ländern. Sein Verhältnis zu Palästinenserführer Arafat gilt als problematisch. Arafat stellte Jassin im Juni 2002 unter Hausarrest.

Abu Nidal (Sabri al-Bana)

ist der Kopf der "Fatah-Revolutionärer Rat", die seit ihrer Gründung im Jahre 1974 für zahlreiche Bombenattentate verantwortlich gemacht wurde. Zudem steht sie auch in Verbindung mit der Bewegung "Schwarzer September", die 1972 den Überfall auf die israelische Olympiamannschaft in München durchführte. Nidal, 1937 in Jaffa geboren, gehört zu den meistgesuchten Terroristen im Nahen Osten. Er gilt als entschiedener Gegner der gemäßigten Linie des Chefs der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO), Jassir Arafat. Nidal, der 1969 der PLO beitrat, war einst ein Vertrauter Arafats. 1974 kam es dann zum Bruch. Danach ordnete Nidal sogar die Ermordung Arafats an, der seinerseits ein Todesurteil gegen Nidal aussprach. Bis heute ist unklar, ob Nidal noch lebt.

Scheich Hassan Nasrallah ist der Generalsekretär der radikalislamischen Hisbollah (Partei Gottes). Sie wurde 1982 während der israelischen Invasion Libanons mit iranischer Unterstützung gegründet. Die Hisbollah kämpft aus dem Libanon mit syrischer Unterstützung gegen die israelische Besetzung palästinensischer Gebiete. Ihre Hochburg ist Baalbek in Ostlibanon. Der Hisbollah werden mehrere Entführungen und ein Anschlag auf die US-Botschaft in Beirut zur Last gelegt.

Ramadan Abdallah Schalah

führt seit 1995 den Islamischen Dschihad (PIJ). Die Gruppe gilt als eine der gefährlichsten Terror-Organisationen im Nahen Osten. Ihr Ziel ist, das "zionistisch-jüdische" Israel in einem "Dschihad" (Heiliger Krieg) zu zerstören. Die Organisation wurde 1975 von palästinensischen Studenten in Ägypten gegründet. Seit den 80er Jahren ist sie auch im Gazastreifen aktiv. Die selbst ernannten Gotteskrieger lehnen einen Frieden mit Israel strikt ab.

Die Al-Aksa-Brigaden sind eine militante Splittergruppe der Fatah-Bewegung des Palästinenserpräsidenten Jassir Arafat. Sie traten erstmals im Juni 2001 unter diesem Namen in Erscheinung. Ihr Name erinnert an die schweren Unruhen am 29. September 2000 auf dem Tempelberg, nahe der Al Aksa Moschee. Die Gruppe besteht aus zahlreichen kleinen Kampfzellen, die Selbstmord-Attentate auf israelische Siedler im Westjordanland durchführen. Über ihre Führungsstruktur ist nur wenig bekannt.

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