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Reise

Königsschmiede Coburg

Coburg hat blaues Blut: In der fränkischen Stadt sind Majestäten und Prinzen oft zu Gast. Doch die Stadt lebt nicht nur von ihrer Vergangenheit.

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Coburger Marktplatz

Der englische Prinz Charles trägt sich ins "goldene Buch" der Stadt ein, Königin Silvia und ihr Mann Karl Gustav von Schweden winken vom Balkon des Coburger Rathauses, König Albert II. von Belgien und seine Frau flanieren durch das Stadtzentrum. Keine Fata Morgana, sondern Verwandtenbesuch!

Das Herzogtum Sachsen-Coburg und Gotha begann Ende des 18. Jahrhunderts durch eine geschickte Heiratspolitik, seine Verwandten auf die Throne der europäischen Königshäuser zu setzen. Am Ende regierten Coburger die halbe Welt. "Andere mögen Kriege führen, du, glückliches Coburg, heirate!" galt lange Zeit für die Politik des Herzogtums. Eine "Heiratsoffensive", die Coburg auch diesen Titel einbrachte: "Das Gestüt Europas."

Coburger Erker, britischer Stil und das erste Wasserklo

Coburg Schloß

Coburger Schloß

Die Coburger sind also mit den Königshäusern von Schweden, Norwegen, Belgien, Spanien und England verbunden. Bei so viel Adel verwundert auch ein "Hauch von Buckingham" in Coburg kaum. Ab der Mitte des 16. Jahrhunderts residierten die Herzöge von Sachsen-Coburg in ihrem Stadtschloss Ehrenburg. Der einstige Renaissance-Bau wurde im 19. Jahrhundert großzügig umgestaltet - die englische Neugotik war damals en vogue. Im Inneren hingegen zeigt sich Schloss Ehrenburg im eleganten französischen Style Empire. Zu bestaunen außerdem: eines der ersten Wasserklosetts auf dem europäischen Kontinent. Extra eingebaut für den Besuch Queen Victorias im Jahr 1860.

Früher galt sie als uneinnehmbar - heute wird sie von Touristen gestürmt: die Coburger Festung. Sie gilt als eine der größten und schönsten mittelalterlichen Burganlagen in Deutschland. Von weitem sehen die Türme, Zinnen und Wehrmauern aus wie eine Krone auf den Dächern Coburgs. Und: Nicht nur im Stadtschloss, sondern auch in der Festung logierten berühmte Leute. Einer davon war der Kirchenreformator Martin Luther.

Ab in die Mitte

Ein Blick auf die Landkarte zeigt: Coburg liegt in der Mitte Deutschlands. Das war nicht immer so: Als es noch zwei deutsche Staaten gab, führte Coburg ein Mauerblümchendasein am Rand. Doch das ist seit dem Fall des Eisernen Vorhangs Vergangenheit. Konsequenz: Die Wirtschaft des Städtchens kommt in Schwung. Junge Unternehmen siedeln sich an, aber auch das traditionelle Handwerk floriert. Die Brauereien, die Puppenhersteller im Coburger Land - einer von ihnen ist der zweitgrößte weltweit -, die Korbflechter, und schließlich eine ganz besondere Porzellanfabrik.

Exportschlager Hummel-Figuren

In Coburg werden die weltweit bekannten und gesammelten "Hummel-Figuren" hergestellt - eine glückliche Kinderschar aus zerbrechlichem (Werk-)Stoff. Ihre "Mutter": Berta Hummel, geboren 1909, Kunststudentin. Nach dem Studium trat sie in ein Kloster ein und gab Zeichenunterricht an einer Schule. Der Kinderalltag wurde zum Motiv ihrer Zeichnungen und ab 1935 wurden die "Hummel-Kinder" in Porzellan gegossen. Den kometenhaften Aufstieg ihrer Figuren erlebte die Ordensschwester nur noch kurze Zeit, sie starb 1946. Bis heute haben sich mehr als 300.000 Sammler in "Hummel-Figuren-Clubs" zusammengeschlossen, die Kinderfiguren sind nach wie vor ein wichtiger Exportartikel der Gegend um Coburg .

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