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Kultur

Königin der Kurzgeschichte gestorben

Die Schriftstellerin Gabriele Wohmann ist tot. Sie starb bereits am Montag im Alter von 83 Jahren nach längerer Krankheit in Darmstadt, wie eine Sprecherin des Aufbau Verlages mitteilte.

Wohmann war eine der bedeutendsten Schriftstellerinnen ihrer Generation und Mitglied der legendären Gruppe 47. Sie veröffentlichte 18 Romane und mehr als 300 Kurzgeschichten und war bis zuletzt literarisch aktiv. Ihr letztes Buch, "Eine souveräne Frau", erschien zu ihrem 80. Geburtstag.

Die gebürtige Darmstädterin setzte sich stets mit den Problemen und dem Alltag der bürgerlichen Mittelschicht auseinander und wurde vor allem mit gesellschaftskritischen Essays, Erzählungen und Kurzgeschichten zu Themen wie Paarbeziehungen, dem Älterwerden und Krankheit bekannt.

Zahlreiche Ehrungen

Ihre erste Erzählung, "Ein unwiderstehlicher Mann", erschien 1957. Acht Jahre später erhielt sie den Georg-Mackensen-Literaturpreis für die beste Kurzgeschichte, 1988 wurde sie mit dem Hessischen Kulturpreis und 1997 mit dem Großen Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Jenseits aller Ehrungen blieb Wohmann stets am Puls der Zeit, denn "Erlebtes zu schreiben ist mir näher als das fiktionale", wie sie zu ihrem 80. Geburtstag in einem Interview sagte.

Der Aufbau-Verlag würdigte sie als große Autorin, "die mit scharfem, ironischem Blick beobachtete und ein unvergleichliches Gespür für die verborgenen Dramen des Alltags hatte."


ct/pj (dpa/Die Zeit)