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König

Die Zeiten, in denen es in Deutschland noch Könige und Kaiser gab, sind lange vorbei, und die Erfahrungen mit ihnen waren selten erfreulich. Wortverbindungen mit "König" bleiben dennoch erstaunlich positiv besetzt.

Jedes Jahr am 6. Januar wird im Christentum das Erscheinungsfest und das Fest der Heiligen Drei Könige gefeiert. Es ist der Legende nach jener Tag, an dem die Könige Kaspar, Melchior und Balthasar dem Jesuskind in der Krippe ihre Referenz erwiesen und als Zeichen der Ehrerbietung und Demut im Stall von Bethlehem vor dem Kind, dem Christus-König niederknieten.

Kein Durchschnittstyp

Ein König ist ein ganz besonderer Mensch, ein Mann – und diese Definition stellen wir an den Beginn unseres Stichworts – der aus vornehmem Geschlecht stammt. "Kunic" war das mittelhochdeutsche Wort für eine solche höher gestellte Persönlichkeit. Das Königtum im Sinne einer staatsrechtlichen Institution gab es zu allen Zeiten. Und der König kam immer nur aus den angesehensten Familien.

Über Funktion und Macht der Könige im Laufe der Geschichte und in verschiedenen Ländern ließe sich vieles sagen. Für unser Stichwort jedenfalls gilt, ganz gleich in welchem Zusammenhang: "König" bezeichnet stets etwas Besonderes, etwas Herausragendes, ja Einzigartiges.

Was man besser nicht trinken sollte

Kein Wunder, dass wir "König" oft in einem Zusammenhang finden, wo wir es kaum vermutet hätten. Zum Beispiel gibt es das Wort "Königswasser", das ist keine Ortsbezeichnung wie Königsberg oder Königswusterhausen, sondern ein recht gefährliches Gemisch aus Salzsäure und Salpetersäure, in welchem Gold löslich ist.

Weshalb aber nun Königswasser, werden Sie fragen. Die Antwort ist gleichermaßen verblüffend wie einleuchtend. Gold war für die Alchimisten der "König" unter den Edelmetallen. Eine Flüssigkeit, die selbst dieses löst und in gewisser Weise verwandelt, war somit königlich.

Sei doch kein Frosch

Um Könige und Königinnen gibt es ungezählte Sagen und Märchen. Es gibt Zwergenkönige und Feenköniginnen und nicht zu vergessen den kleinen grünen Frosch, der es ohne den Kuss der Prinzessin niemals zum Froschkönig gebracht hätte.

Im Bereich der Musik finden wir in Mozarts "Zauberflöte" die Königin der Nacht, die eine Namensschwester in der Pflanzenwelt hat. Diese "Königin der Nacht" zählt zu den Kakteengewächsen. Sie ist in Mittel- und Südamerika heimisch. Ihre großen, weißen, duftenden Blüten öffnen sich nur für eine einzige Nacht.

Gut, besser, königlich

"König" als Bestandteil zusammengesetzter Hauptwörter dient zur Bezeichnung von Außergewöhnlichem. Das jeweils Besondere, das Schönste oder Beeindruckendste wird dadurch hervorgehoben. So wurde der Königsfasan mit prächtigem, buntem Gefieder aus gutem Grund in königlichen Gärten und Fasanerien gehalten. Freilich wurden Fasan und anderes edles Getier auch gern an königlicher Tafel aufgetischt und verspeist. Noch heute nennt man übrigens ein Essen, das sowohl üppig als auch fein und von ausgesuchter Qualität ist, ein "königliches Mahl".

Selbst im Reich der Farben gibt es eine königliche. Sie ist kräftig, leuchtend. König Ludwig XIV von Frankreich, der Sonnenkönig, hat sie über die Maßen geschätzt und populär gemacht. Bis auf den heutigen Tag ist "Königsblau" ein fester Begriff. Könige beziehungsweise Königshäuser haben Wappen. Der so genannte König der Tiere, nämlich seine Majestät der Löwe, und der König der Lüfte, der Adler, sind nicht von ungefähr königliche Wappentiere.

Nur Übung macht den Meister – selbst für den König

Bei allen Privilegien und Annehmlichkeiten, die das Königtum so mit sich bringt, eines bleibt auch den Königen und Königinnen verschlossen: Es ist der Königsweg. Alter Überlieferung zufolge sollen antike Herrscher die Mathematiker in ihren Reichen befragt haben, ob es denn keinen schnellen und leicht zu findenden Zugang zu den letzten Geheimnissen der Mathematik gäbe. Zur Antwort erhielten sie allesamt, dass auch sie nur durch fleißiges und langwieriges Lernen ans Ziel kommen könnten. Einen Königsweg gäbe es nicht.

Fragen zum Text:

Was ist die Königin der Nacht nicht?

1. ein Kakteengewächs

2. eine Figur in Mozarts "Zauberflöte"

3. eine Flüssigkeit, die Gold auflöst

Eine besonders kräftige, leuchtende Farbe ist …?

1. Königspurpur

2. Königsblau

3. Königsrot

Was ist der Königsweg?

1. eine besonders gut ausgebaute Straße

2. der rote Teppich, der zu königlichen Empfängen ausgerollt wird

3. eine ideale Lösung für komplizierte Probleme

Arbeitsauftrag:

Informieren Sie sich über die Geschichte des König- bzw. Kaisertums in Deutschland. Konzentrieren Sie sich dabei besonders auf die letzten Jahrzehnte von 1871 bis zum Sturz der Monarchie und halten Sie hierzu einen kurzen Vortrag.

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