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Politik

König von Nepal will Macht an das Volk zurückgeben

Nach anhaltenden Massenprotesten und einem Generalstreik hat der nepalesische König Gyanendra die Rückkehr des Landes zur Demokratie angekündigt.

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Er gibt seine Macht ab: König Gyanendra

Er werde die Macht an das nepalesische Volk zurückgeben, erklärte der bisher autoritär regierende Monarch König Gyanendra am Freitag (21.4.2006). Er forderte die oppositionelle Sieben-Parteien-Allianz auf, in Übereinstimmung mit der Verfassung einen Minister-Präsidenten zu benennen.

Gyanendra hatte 2002 das Parlament aufgelöst und im Februar 2005 die eigene Regierung entlassen, und herrscht seitdem selbst. Wichtige Grundrechte wurden außer Kraft gesetzt.

Mindestens 14 Menschen während des Generalstreiks getötet

In dieser Woche hatten allein in der Hauptstadt Kathmandu Hunderttausende gegen die Herrschaft des Königs und für die Wiederherstellung der Demokratie im Land demonstriert. Seit Beginn des Generalstreiks am 6. April wurden mindestens 14 Menschen getötet und etwa 2500 verletzt. Landesweit waren auch in zahlreichen anderen Städten Zehntausende Menschen trotz Ausgangssperre und Schießbefehl auf die Straßen gegangen und hatten eine Demokratisierung des Landes verlangt.

Schwierige Versorgung für Kinder

Die Vereinten Nationen hatten wegen der anhaltenden Unruhen und Demonstrationen ihre Hilfseinrichtungen in dem südasiatischen Land geschlossen. Das Kinderhilfswerk UNICEF habe große Schwierigkeiten, die 3,3 Millionen Kinder im Land mit Vitaminen zu versorgen.

Zudem äußerten die Vereinten Nationen Sorge wegen der rapide steigenden Preise für Nahrungsmittel in Nepal. 86 Prozent der 27 Millionen Nepalesen lebten von weniger als zwei US-Dollar pro Tag, so das UN-Büro.

Verhaftungswelle

Die Organisation "Reporter ohne Grenzen" verurteilte unterdessen die seit dem 14. April anhaltende Verhaftungswelle in Nepal, von der mindestens 61 Journalisten betroffen seien. Mehrere Dutzend Reporter wurden schwer verletzt, als sie über regierungskritische Proteste berichtet hatten, teilte die Journalisten-Organisation in Berlin mit. (kap)

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