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Aktuell Afrika

König Mohammed widerruft Pädophilen-Begnadigung nach Protesten

Marokkos König macht eine umstrittene Entscheidung rückggängig: Er widerruft die zuvor von ihm unterzeichnete Begnadigung eines spanischen Kinderschänders. Doch der ist bereits über alle Berge.

Nach tagelangen landesweiten Protesten hat Marokkos König Mohammed VI. die Begnadigung eines Kinderschänders aus Spanien widerrufen. Der Monarch habe sich angesichts der Schwere des Verbrechens und aus Respekt vor den Opfern zu diesem Schritt entschlossen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur MAP unter Berufung auf eine Mitteilung des Königshofs.

Das weitere Vorgehen gegen Daniel Fino Galván, der sich bereits aus dem Land abgesetzt hat, sollten die Justizministerien Spaniens und Marokkos absprechen. Zudem sollten die Umstände der Freilassung des Mannes untersucht werden. Der 64-jährige Galván war 2011 wegen Vergewaltigung von elf Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen vier und 15 Jahren zu 30 Jahren Haft verurteilt worden.

Auf Wunsch von Juan Carlos

Galván stand auf einer Liste mit 48 Häftlingen, die auf Wunsch von Spaniens König Juan Carlos begnadigt wurden. Der spanische Monarch hatte Marokko im Juli besucht. Galván soll inzwischen nach Spanien ausgereist sein.

Die Begnadigung hatte große Empörung ausgelöst. Vor der ungewöhnlichen Mitteilung des Königshauses, das praktisch nie Handlungen des Monarchen rechtfertigt oder erklärt, hatte die marokkanische Polizei am Freitag Proteste Tausender Menschen gegen den königlichen Erlass brutal niedergeschlagen. Dabei sind nach  Medienberichten bei einer Kundgebung vor dem Parlament in Rabat zahlreiche Demonstranten verletzt worden. Für Dienstag und Mittwoch hatten Menschenrechtsgruppen zu einer Großdemonstration in Casablanca aufgerufen.

Die oppositionellen Sozialisten in Spanien kündigten an, am Montag im Madrider Parlament eine Stellungnahme von der konservativen Regierung einzufordern. Medienberichte, wonach es sich bei dem aus dem Irak stammenden Galván um einen früheren Spion handelt, der für seine Verdienste in Spanien einen neuen Namen und einen Pass erhalten haben soll, wurden zunächst weder von Madrid noch von Rabat kommentiert.

gb/mm (dpa/rtr/afp/ap)