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Aktuell Europa

König Felipe verspricht bürgernahe Monarchie

Felipe hat die Nachfolge seines Vaters Juan Carlos als Spaniens König angetreten - ohne viel Pomp, aber unter dem Jubel tausender Menschen. Sein Ziel: Die Monarchie seines Landes erneuern.

Als König des Volkes will Felipe VI. die spanische Monarchie aus der Krise führen. "Die Krone muss die Nähe zum Bürger suchen", sagte Spaniens neuer König in seiner Antrittsrede im Madrider Parlament. Das Königshaus müsse wieder zu einer "moralischen Autorität" werden.

Spanien sei eine "große Nation, an die ich glaube, die ich liebe und bewundere", sagte Felipe. "In diesem Spanien haben wir alle Platz." Unter Anspielung auf die rapide gesunkene Popularität des Königshauses kündigte Felipe an, seine Amtsführung werde "integer, aufrichtig und transparent" sein. "Die Bürger fordern heute mehr denn je und völlig zu Recht, dass die führenden Instanzen des Staates moralisch und ethisch mit gutem Beispiel vorangehen."

Die königliche Familie auf dem Balkon (Foto: Reuters)

Die königliche Familie auf dem Balkon

Ein Korruptionsskandal um Felipes Schwester Cristina und deren Mann Iñaki Urdangarin hatte die Monarchie erschüttert. Auch machte sich Felipes Vater, Juan Carlos, unbeliebt, als er in Zeiten der Wirtschaftskrise auf Elefantenjagd in Afrika ging. Felipe fasste seine Zielsetzung mit den Worten zusammen: "Eine erneuerte Monarchie für eine neue Zeit". Die Abgeordneten erhoben sich nach der rund 25 Minuten langen Rede und spendeten einen zweiminütigen Applaus.

Letizia, die Frau von König Felipe, gibt ihrem Mann einen Kuss (Foto: Reuters)

Eine Königin in Weiß gibt dem König einen Kuss

Nach der Zeremonie fuhren der neue König und seine Frau Letizia in einer offenen Limousine zum Palast und winkten dem Volk zu. Tausende Menschen säumten bei strahlendem Sonnenschein die Straßen und schwenkten Fähnchen in den Nationalfarben. Vom Balkon des Palastes winkten das Königspaar, ihre Töchter sowie Juan Carlos und die bisherige Königin Sofía der Menschenmenge zu. Jubel brandete auf, als Felipe seiner Frau einen Kuss gab. Nach Angaben der Polizei hatten sich etwa 10.000 Menschen auf dem Platz vor dem Palast versammelt.

Die Polizei hatte für die Zeit der Amtseinführung des Königs alle Protestkundgebungen im Madrider Stadtzentrum verboten. Dennoch demonstrierten nach Polizeiangaben etwa 500 Anti-Royalisten. Drei Teilnehmer wurden festgenommen.

Offiziell war Felipe bereits kurz nach Mitternacht neuer König geworden. Zu diesem Zeitpunkt wurde die Abdankung von Juan Carlos nach fast 40-jähriger Regentschaft im Amtsblatt veröffentlicht und damit rechtskräftig. Neue Thronfolgerin ist Felipes 8-jährige Tochter Leonor.

pg/wl (dpa, rtr)