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Kultur

König Abdullah lädt zum Dialog

170 Vertreter verschiedener Religionen kommen auf Einladung des saudischen Monarchen bis Freitag in Madrid zusammen, um über ein friedliches Miteinander zu sprechen. Die Beteiligten zeigen sich zufrieden.

Kreuz, Hambmond, Davidstern (v.l.n.r.) (Fotomontage: DW)

Weltreligionen im Dialog

Mit einer dreitägigen "Weltkonferenz für Dialog" versucht Saudi-Arabien in der spanischen Hauptstadt Madrid, seine kürzlich in Mekka eröffnete Initiative zum Dialog der Weltreligionen zu vertiefen. 170 Vertreter der verschiedensten Religionen haben sich angemeldet – unter ihnen Muslime, Katholiken und Protestanten, aber auch Juden. Aus dem Nahen Osten, aus Asien, Europa und Amerika. Aus Asien sind auch mehrere Buddhisten angereist. Die Konferenz wird ausgerichtet von der World Muslim League und steht unter der Schirmherrschaft des saudischen Königs Abdullah, der das Treffen gemeinsam mit dem spanischen König Juan Carlos am Mittwoch (16.07.2008) eröffnete.

Er bringe aus Saudi-Arabien die Botschaft der Toleranz und der Dialogbereitschaft nach Madrid, meinte Abdullah und erklärte zuversichtlich, er hoffe, dass man nun ein neues Kapitel aufschlagen könne und dass Madrid hiermit zur "Welthauptstadt des Dialoges" werde.

Juan Carlos: "Werte unterstreichen"

Zwei Männer reichen sich die Hände (6.11.07, Vatikan, Quelle: AP)

Der saudische König (l.) traf im vergangenen Jahr bereits mit Papst Benedikt XVI zusammen

Der saudische Monarch distanzierte sich von Terror und Gewalt: Nicht der Unterschied zwischen den Religionen führe zu Konflikten, sondern dies sei das Werk von Radikalen. Die Teilnehmer an der Konferenz glaubten alle an einen Gott und wenn dieser gewollt hätte, dann gäbe es nur eine Religion. Die Verschiedenheit sei aber gerade der Auftrag, Gemeinsames zu finden und einander besser kennenzulernen.

Der spanische König Juan Carlos pflichtete dem saudischen Monarchen bei: "Der Dialog, aus gegenseitigem Respekt vor unserer jeweiligen Identität und unserem Glauben, muss sich daraufhin ausrichten, ein besseres gegenseitiges Kennenlernen zu erleichtern, die Werte unterstreichen, in denen wir übereinstimmen und die gegenseitige Zusammenarbeit und Verständigung fördern."

Politische Fragen nicht unwichtig

Genau dies soll nun bis Freitag versucht werden. In Arbeitsgruppen werden Dialogbereitschaft und Dialog-Anstrengungen der verschiedenen Religionsgemeinschaften beleuchtet und diskutiert. Wobei die Theologie nicht so sehr im Vordergrund steht wie ethische und gesellschaftspolitische Fragen und wobei im Hintergrund natürlich oft auch politische Fragen stehen. Etwa, wenn libanesische Vertreter der unterschiedlichen religiösen Gruppierungen dort auftreten. Oder – mehr noch – wenn die jüdischen Teilnehmer zu Wort kommen. Unter ihnen sogar Rabbi David Rosen, ein amerikanisch-israelischer Rabbiner – der einzige Israeli auf der Konferenz. Rosen zeigte sich zufrieden mit der Eröffnungsrede von König Abdullah. Man könne nur hoffen, dass der hier eingeschlagene Weg fortgesetzt und zum Erfolg geführt werden könne. Dialog sei wichtig, Abgrenzung hingegen fördere nur gegenseitige Radikalisierung.

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