Kölns Abstieg scheint besiegelt | Fußball | DW | 10.12.2017
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Fußball

Kölns Abstieg scheint besiegelt

Nach der Niederlage gegen Freiburg wird der 1.FC Köln die Zweitklassigkeit kaum noch verhindern können. Nach der spektakulären Niederlage ist nun auch das letzte Fünkchen Hoffnung verloren gegangen.

Es war eine typische Reaktion eines Fußballprofis, der gerade eine besonders heftige Pleite erlebt hatte: Dominique Heintz haderte mit einer Entscheidung des Schiedsrichters Robert Kampka und schien die Welt nicht mehr zu verstehen. Der Verteidiger des 1.FC Köln versuchte dieses 3:4 (3:1) irgendwie zu verarbeiten - und vor sich selbst zu rechtfertigen.

Mit 3:0 hatten Heintz und seine Kölner nach 30 Minuten nach Treffern von Lukas Klünter, Sehrou Guirassy und einem Eigentor von Caleb Stanko geführt. Nach 95 Minuten hatten die Freiburger diese Partie tatsächlich noch nach Treffern von Nils Petersen (39./90. Foulelfmeter/90.+5/Handelfmeter) und Jannik Haberer (65.)  gedreht. Es war verständlich, dass Heintz diese schwer hinnehmbare Realität nicht akzeptieren wollte. "Was soll ich dazu sagen, das ist die Krönung", sagte der Abwehrspezialist bei Eurosport.

Nur noch 19 Bundesliga-Partien

Die Auswirkungen auf den 1.FC Köln sind tatsächlich dramatisch. Denn spätestens nach diesem Spiel scheint festzustehen, dass der FC nach der Saison wieder einmal den Weg in die Zweitklassigkeit antreten muss. Elf Punkte auf den Vorletzten Freiburg müssten die Kölner nun schon aufholen.

Nur noch 19 Bundesliga-Partien hätten die Kölner, deren Selbstbewusstsein spätestens nach diesem spektakulären Spiel vollständig aufgebraucht sein dürfte, Zeit, um eine Aufholjagd zu starten. Aber mit welchem Personal? Mit welcher Zuversicht?

Kölner Kräfte ließen deutlich nach

"Wir haben das Spiel verloren, weil wir zum Schluss die Intensität nicht so hochhalten konnten. Das ist Fakt", sagte Kölns Interimstrainer Stefan Ruthenbeck. Nach dieser furiosen Anfangsphase, als der FC die Freiburger geradezu überrannte, ließen zusehends die Kräfte der Kölner nach.

Das Europa-League-Spiel unter der Woche und die späte Heimkehr hatten offenbar zu viele Kräfte gekostet. Die zweite Hälfte gehörte den Freiburgern, die Dauerdruck ausübten und die Kölner von Minute zu Minute mehr überforderten. Der FC hatte dem Anrennen der Breisgauer nichts mehr entgegen zu setzen. Dass Freiburg am Ende noch zwei Elfmeter zugesprochen bekam, war deshalb auch kein Zufall sondern vielmehr Ausdruck der Gäste-Überlegenheit. 

Freiburg-Trainer Streich hat Mitleid mit dem FC  

"Ich muss ganz klar sagen: Auch wir haben Europapokal gespielt. Wenn du immer im Drei-Tage-Rhythmus spielst und viele Verletzte hast - das ist Wahnsinn, und das hat uns natürlich geholfen. Am Ende waren wir die Glücklicheren", sagte Freiburgs Trainer Christian Streich fast schon mitleidig.

Die letzten Hoffnungen der größten Optimisten aus Köln dürfte an diesem Sonntagmittag mit dem enormen Schneefall verweht worden sein. Für den FC wird der Rest der Saison nur noch ein wenig angenehmes Schaulaufen.  

 

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