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Deutschland

Kölner Dom: Koffer müssen draußen bleiben

Eingangskontrollen, mehr Sicherheitspersonal und Kofferverbot: Ab sofort gelten am Kölner Dom verschärfte Sicherheitsvorschriften. Eine Einschränkung für Besucher, die aber notwendig sei, so die Domverwaltung.

Deutschland Köln - Neue Sicherheitsvorkehrungen am Dom (DW/I. Eisele)

Der Kölner Dom ist die meistbesuchte Sehenswürdigkeit Deutschlands.

Am zweithöchsten Kirchengebäude Europas ist stets viel los: 20.000 bis 30.000 Besucher strömen im Durchschnitt jeden Tag in den Kölner Dom. Auch außen bleiben viele stehen und schießen Erinnerungsfotos. Doch seit dem 1. März müssen die Besucher mit Einschränkungen rechnen, seit Mittwoch gelten verschärfte Sicherheitsbestimmungen.

Deutschland Köln - Neue Sicherheitsvorkehrungen am Dom (DW/I. Eisele)

Dompropst Gerd Bachner sieht sich für die Sicherheit der Besucher verantwortlich

Dompropst Gerd Bachner erklärt: "Ab jetzt gibt es nicht mehr nur zu bestimmten Anlässen, sondern ständig Kontrollen an den Eingängen. Je ein Domschweizer und eine Fachkraft des Sicherheitsdienstes führen Blickkontrollen durch, stichprobenartig oder bei Verdacht können sie auch Einblick in Taschen verlangen." Abgesehen von den Kontrollen ist es neuerdings auch verboten, große Taschen, Koffer und Rucksäcke mit in den Dom zu nehmen.

Manchmal hilft ein kurzes Gespräch

Danilo Merz hat das am eigenen Leib erfahren: "Wir wollten vor unserer Abreise nach Hamburg den Dom besichtigen und wurden abgewiesen, weil die Taschen zu groß sind." Aber auch wenn der 20-Jährige mit dem Gepäck draußen warten muss, während seine Freunde sich die Kathedrale von innen anschauen - genervt sei er nicht.

Deutschland Köln - Neue Sicherheitsvorkehrungen am Dom (DW/I. Eisele)

Mit diesen Taschen muss Danilo Merz draußen bleiben

Gisela Lehmann aus Bielefeld hatte da mehr Glück: Nach einem kurzen Gespräch haben die Sicherheitskräfte sie mit ihrem mittelgroßen Rollkoffer gerade noch durchgelassen. "Ich komme öfters nach Köln, um meine Kinder zu besuchen. Ich gehe dann jedes Mal in den Dom und zünde eine Kerze an, das ist ein Ritual von mir", erzählt die 69-Jährige. Dass ihre Dombesuche nun gestört und verzögert werden können, sieht Frau Lehmann gelassen: "Ich verstehe das. Die Leute wollen sich angesichts der Terrorgefahr schließlich sicher fühlen."

Abstrakte Terrorgefahr für den Dom

Terrorgefahr - darin sehen fast alle Besucher den Grund für die verschärften Sicherheitsbestimmungen am Dom. Obwohl die Kontrollen und das Verbot großer Gepäckstücke keine direkte Reaktion auf den Anschlag in Berlin seien, bestätigt Gerd Bachner: "Es gibt Gott sei Dank keine konkrete, aber immerhin eine abstrakte Bedrohung des Kölner Doms. Wir leben nicht auf einer Insel, die frei von solchen Sorgen ist." Man dürfe sein Leben nicht vom Terror bestimmen lassen, so der Dompropst weiter, müsse aber trotzdem verantwortlich handeln und die Schritte tun, die von Fachleuten als notwendig erachtet werden.

Deutschland Köln - Neue Sicherheitsvorkehrungen am Dom (DW/I. Eisele)

20.000 bis 30.000 Besucher zählt der Kölner Dom im Jahresdurchschnitt jeden Tag

Bachner bezeichnet die neuen Sicherheitsvorschriften am Kölner Dom als einen vernünftigen Mittelweg, zu dem sich die Verwaltung des Doms zusammen mit Polizei und Sachverständigen entschieden habe: "Man hätte auch einen Metalldetektor an den Eingang stellen und gar kein Gepäck mehr erlauben können. Ich denke, unsere Maßnahmen sind da noch ziemlich moderat und werden von der Mehrheit der Bevölkerung mitgetragen."

Ein Moment Warten für mehr Sicherheit

Die Touristen rund um den Kölner Dom bestätigen Bachners Aussage: Auf das Thema angesprochen, zeigen sie sich verständnisvoll oder sogar beruhigt. Auch Ann-Kathrin Schwer, die mit ihrem Freund den Domturm hinaufsteigen möchte, findet: "Das ist nicht schlimm, ich warte lieber einen Moment und habe dafür mehr Sicherheit."

Wie lange die Kontrollen an den Eingängen und das Verbot großer Gepäckstücke noch gelten, steht nicht fest. Man werde in Zukunft immer wieder überprüfen müssen, welche Maßnahmen in der Abwägung zwischen Sicherheit und Freiheit angemessen seien, so Bachner.

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