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Fußball

Köln verliert - Nur acht Mann auf dem Platz

Bayern München folgt Werder Bremen ins Halbfinale. Schalke wirft Osnabrück aus dem Wettbewerb. Köln verliert dagegen kopflos in Augsburg. In der Vorschlußrunde trifft Schalke auf die Bayern, Bremen empfängt Augsburg.

Spielszene Michael Thurk (Foto: dpa)

Thurks Tor zog den Kölnern den Zahn

Der FC Augsburg steht erstmals in seiner Vereinsgeschichte im DFB-Pokal-Halbfinale. In einer hart geführten Partie setzte sich der Tabellendritte der 2. Bundesliga mit 2:0 (1:0) gegen den 1. FC Köln durch. Das vorentscheidende Tor zum 1:0 fiel schon nach drei Minuten, als Zweitliga-Toptorjäger Michael Thurk völlig alleine aus kurzer Distanz einschieben durfte. Ein Treffer, der bei den Kölnern anscheinend einen empfindlichen Nerv traf und sie über die Dauer des Spiels mehr und mehr zu frustrieren schien. Diesen Frust münzten sie bis zum Abpfiff in drei Platzverweise um, bei denen allerdings auch Schiedsrichter Kinhöfer eine entscheidende Rolle spielte.

Schiedsrichter Kinhöfer zeigte Adel Chihi die rote Karte (Foto: AP)

Machen Sie doch mal eine typische Handbewegung! Schiedsrichter Kinhöfer zeigte dreimal Rot

Nach einer vermeintlichen Tätlichkeit flog Adil Chihi schon vor der Pause vom Platz (30.). Eine Fehlentscheidung: Der Marokkaner hatte sich im Zweikampf mit seinem Augsburger Landsmann El Akchaoui mit dem Arm etwas Platz verschafft. El Akchaoui fiel um, der Schiedsrichter zog glatt Rot. Nach dem Seitenwechsel erhielt der eingewechselte Podolski für ein hartes Foul die gelbe Karte. Als der Nationalspieler dies höhnisch beklatschte, zeigte Kinhöfer folgerichtig Gelb-Rot (68.). Schließlich musste auch Kölns Kapitän Petit vorzeitig zum Duschen (85.). Wie bei Chihi bewies der Unparteiische wenig Fingerspitzengefühl: Petit registrierte eine gelbe Karte gegen sich mit einer wegwerfenden Handbewegung, die Kinhöfer mit einer weiteren gelben Karte ahndete. Gegen acht Kölner sorgte Raffael kurz danach für die endgültige Entscheidung (86.).

"Man sollte nicht mit dem Finger auf den Schiedsrichter zeigen und den hoch verdienten Sieg unserer Mannschaft darauf reduzieren", verteidigte Augsburgs Manager Rettig den Unparteiischen. "Wir waren leidenschaftlicher und hatten die bessere Spielanlage. Das ist schon ein Highlight unserer Vereinsgeschichte." Kölns Trainer Zvonimir Soldo war dagegen enttäuscht. "Obwohl wir die Mannschaft gewarnt hatten, sind wir schlecht ins Spiel gekommen", sagte der Kroate: "Nach dem zweiten Platzverweis war es dann sehr schwer für uns."

München lässt nichts anbrennen

Jubel Arjen Robben und Franck Ribery (Foto: AP)

"Robbery" jubeln - die Bayern sind weiter

Bayern München erledigte seine Pflichtaufgabe gegen die Zweitligisten der Spielvereinigung Greuther Fürth. Glanzlos aber souverän mit 6:2 (1:2) zogen die Münchener ins Halbfinale ein. Die Mannschaft von Trainer Louis van Gaal, die vor allem in der ersten Hälfte maßlos enttäuschte, tat sich bei andauerndem Schneefall und glattem Untergrund lange Zeit sehr schwer. Zwar war man schon nach fünf Minuten durch Müller mit 1:0 in Führung gegangen, doch Fürth gelang in der 10. Minute durch Nöthe nach einem groben Fehler von Demichelis der Ausgleich. Fünf Minuten vor der Pause erzielte Allagui mit einem Kopfball, den sich Bayerns Ersatzkeeper Michael Rensing quasi selbst ins Tor schlug, sogar das 2:1 für die Gäste.

In der zweiten Halbzeit dann das gewohnte Bild: Die Bayern drehten auf und innerhalb von nur wenigen Minuten auch das Spiel: Robben (58./Handelfmeter), Ribery (61.) und Lahm (64.) erzielten die Tore. Müller (84.) und Allagui per Eigentor (89.) sorgten für den Endstand. Bayern München hat nun schon elfmal in Folge gewonnen und darf auch weiterhin vom Titel-Triple aus Meisterschaft, Pokal und Europapokal träumen. Das gefällt auch Trainer van Gaal: "Es ist schön und wichtig, dass wir immer noch in drei Wettbewerben sind und nur noch ein Spiel bis Berlin haben", sagte er.

Schalke wirft den Pokalschreck raus

Spielszene Kevin Kuranyi (Foto: AP)

Kuranyi war der Matchwinner

Schwach aber erfolgreich spielte der FC Schalke 04 und beendete den Siegeszug von Drittligist VfL Osnabrück. Die Schalker schlugen den Tabellenführer der Dritten Liga mit 1:0 (0:0). Torschütze des Tages war Kevin Kuranyi, der für den einzigen Lichtblick im Schalker Spiel sorgte(59.). Damit verhinderte Kuranyi, dass sein FC Schalke nach Hansa Rostock, Borussia Dortmund und dem Hamburger SV das vierte prominente Pokalopfer der Osnabrücker wurde. "Wir hatten uns vorgenommen, konzentriert ins Spiel zu gehen", sagte Kuranyi hinterher. "Das haben wir getan und zum Glück habe ich das entscheidende Tor geschossen."

Bremen wie gewohnt unter den letzten Vier

Jubel Naldo (Foto: AP)

Naldo erzielte das erste Bremer Tor

Bereits am Dienstag bewies Werder Bremen seinen Status als echte Pokalmannschaft. Der Titelverteidiger entschied das einzige Duell zweier Bundesligisten im Viertelfinale mit 2:1 (1:0) für sich. Von Beginn an übernahmen die Bremer vor 25.000 Zuschauern bei Schneetreiben und Minustemperaturen die Initiative gegen die stark ersatzgeschwächten Gäste. Doch es dauerte bis zur 27. Minute, ehe die Werder-Fans erstmals jubeln durften: Naldo zirkelte einen Freistoß aus 20 Metern in den Torwinkel. Hoffenheim zeigte sich wenig beeindruckt und hatte schon vor dem Pausenpfiff einige Chancen auszugleichen. Bremens Torwart Tim Wiese blieb wegen eines eingeklemmten Nervs im Rücken nach 45 Minuten in der Kabine.

In der zweiten Halbzeit schlug die Stunde der Einwechselspieler: Zunächst traf in der 73. Minute Prince Tagoe per Kopf zum 1:1 für Hoffenheim. Der Ghanaer war gerade einmal 89 Sekunden auf dem Platz. Doch die Freude der Hoffenheimer währte nur kurz. In der 76. Minute sorgte der Portugiese Hugo Almeida, der fünf Minuten zuvor für Mesut Özil ins Spiel gekommen war, für den 2:1-Endstand. "Wir haben wieder einen Schritt nach vorne gemacht", freute sich Bremens Trainer Thomas Schaaf über den zweiten Heimsieg innerhalb von fünf Tagen. Sein Hoffenheimer Kollege Ralf Rangnick war enttäuscht: "Wir haben ein Klassespiel gemacht. Mit der Mannschaft, die wir heute zur Verfügung hatten, konnten wir nicht besser spielen."

Hammerduell auf Schalke

In der Vorschlussrunde empfangen die Schalker den FC Bayern, Bremen spielt zu Hause gegen Augsburg. Das ergab die Auslosung durch Nationaltorhüterin Nadine Angerer, der 90er-Weltmeister Guido Buchwald zur Seite stand. "Wenn man die Bayern schlagen kann, dann zu Hause. Ich bin zufrieden", sagte Schalkes Trainer Felix Magath, der zweimal mit den Münchnern Pokalsieger war. Die Halbfinalpartien finden am 23. und 24. März statt.

Autor: Andreas Ziemons/Stefan Nestler
Redaktion: Arnulf Boettcher

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