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Reise

Köln und Rio feiern Karneval trotz Krise

Seit fünf Jahren sind sie Partnerstädte und stehen in diesen Tagen im Mittelpunkt des Interesses: Köln und Rio de Janeiro. Beide feiern leidenschaftlich gern Karneval. Auch dieses Jahr.

Auf den ersten Blick sind es zwei recht unterschiedliche Städte, Rio de Janeiro und Köln. Die eine hat zum Beispiel mehr als sechs Millionen Einwohner, richtet dieses Jahr die Olympischen Spiele aus und gilt als eine der schönsten Metropolen der Welt. Die andere bringt es auf gerade einmal eine Million Einwohner, richtet dieses Jahr den Vorentscheid des Eurovision Song Contest aus und ist für viele auch eine der schönsten Metropolen der Welt - nun, darüber gehen die Meinungen auseinander.

Köln

Plötzlich berühmt: das hat sich Köln anders vorgestellt

Unverhoffte Berühmtheit

Dennoch gibt es eine Sache, die beide Städte zweifelsohne verbindet, und das ist der Karneval. Den lassen sie sich auch nicht vermiesen, egal wie dicke es kommt. Und dieses Jahr kommt es dicke! Jahrelang hat Köln versucht, international bekannter zu werden. Nun ist es buchstäblich über Nacht zur Berühmtheit geworden, jedoch aus völlig falschen Gründen. Stichwort Silvester. Um ähnlichen Übergriffen vorzubeugen, verdreifacht die Polizei an Karneval ihre Präsenz auf den Straßen.

Zika-Virus und Wirtschaftskrise

Brasilien Rio de Janeiro Stadt Panorama mit Wolken

Rio de Janeiro trotzt dem Zika-Virus und der Wirtschaftskrise: der Karneval findet statt!

Rio wiederum hat mit einer Wirtschaftskrise zu kämpfen, die auch vor dem Karneval nicht halt macht: Bei den Kostümen und Tänzerinnen wird massenhaft gespart. Dazu kommen jetzt noch die Moskitos, die das böse Zika-Virus verbreiten. Damit die Touristen aus aller Welt beruhigt sind, hat die Stadtverwaltung in der Tribünenstraße Sambódromo Männer in gelben Schutzanzügen und mit Atemmasken aufmarschieren lassen - gerade so, als wäre ein Atomkraftwerk explodiert. Die Männer versprühten Chemikalien, damit ja kein Moskito der Art Aedes aegypti den Auftritt der Sambaschulen vor 80.000 Zuschauern stört. In den Drogerien läuft das Geschäft mit Moskitoschutzsprays prächtig - so wie in Köln das Geschäft mit den Pfeffersprays.

Gefeiert wird trotzdem - in beiden Städten

Statt des Dreigestirns regiert in Rio "König Momo", der genau wie in Köln symbolisch den Stadtschlüssel übernimmt. Beim Bierkonsum kann der Carioca - der Einwohner von Rio - auch locker mithalten, denn die Sambagruppen haben immer riesige Plastikbehälter mit ganz viel Eis dabei, so dass sie auch bei mehr als 30 Grad eiskaltes Dosenbier anbieten können.

Karneval in Rio Brasilien

Der Karneval in Rio ist bekannt für seine farbenprächtigen Sambagruppen

Bei allem Laissez-faire - auch in Rio wird auf Ordnung geachtet. Wer die Zigarette einfach auf der Erde ausdrückt, muss mit bis zu 187 Real Strafe rechnen (42 Euro). In Köln drohen für das Bepinkeln des Doms sogar bis zu 150 Euro. Die Kathedrale wird dieses Jahr zu ihrem Schutz erstmals eingezäunt.

Abschalten und entspannen

Karneval Alter Markt Köln Jecken NRW Deutschland

In Köln erobern die Jecken die Stadt

Bei so viel Gemeinsamkeiten ist es zumindest aus Kölner Sicht absolut folgerichtig, dass sich beide Städte seit fünf Jahren auch in einer offiziellen Städtepartnerschaft verbunden sind. Falls Köln in Rio bisher mit einem Bekanntheitsproblem zu kämpfen hatte: Das hat sich mittlerweile erledigt. Denn über die Silvesternacht wurde auch in den brasilianischen Medien wochenlang berichtet - bis hin zum Rücktritt von Polizeipräsident Wolfgang Albers. Jetzt ist aber erstmal Karneval, und das heißt ja gerade: Abschalten und entspannen! Da sind sich Köln und Rio dann wieder ganz nahe. Es gibt sogar eine Entsprechung zum kölschen Motto "Et hätt noch emmer joot jejange" ("Es ist noch immer gut gegangen"): "Tudo bem", sagt man in Rio: "Alles gut." Und dazu wird der Daumen hochgereckt.