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Kultur

Köln und das große Literaturfest

Die lit.Cologne findet nun schon zum elften Mal in Köln statt. Im vergangenen Jahr konnte das Festival 80.000 Besucher verzeichnen, damit ist es das publikumsstärkste Literaturfest Deutschlands.

Logo lit.Cologne

Köln ist schon seit Monaten im lit.Cologne-Fieber, denn bereits Anfang Dezember begann der Vorverkauf und bereits Weihnachten waren 70 Prozent der Eintrittskarten für die großen Veranstaltungen verkauft. Da kann der Veranstalter Rainer Osnowski schon vor Beginn des Festivals selbstbewusst von Publikumserfolg sprechen, er rechnet wie schon im vergangenen Jahr mit 80.000 Besuchern: "Wir können das ungefähr definieren, weil der Vorverkauf bei uns ja wirklich so schnell wie sonst nur bei großen Pop- oder Rockkonzerten läuft."

Bücher und Glamour

Orhan Pamuk (Foto: AP)

Orhan Pamuk

Das Erfolgsrezept der lit.Cologne: Sie bringt regelmäßig Schriftsteller miteinander ins Gespräch. Und die vielen großen Namen garantieren Publikumserfolg. Der türkische Literaturnobelpreisträger Orhan Pamuk ist hier ebenso vertreten wie der französische Chansonier Charles Aznavour oder der niederländische Schriftsteller Cees Nooteboom. Prominente Schauspieler lesen die Texte vor und bekannte Fernsehmoderatoren geleiten durch die Leseabende. So verspricht die lit.Cologne also nie nur Bücher, sondern immer auch Glamour. Aber nicht nur: Schließlich geht es in Büchern um Inhalte. "Das besondere Konzept der lit.Cologne", sagt Rainer Osnowski, "besteht darin, dass wir sowohl interessante literarische Neuerscheinungen präsentieren wie auch konzipierte Abende, die wir uns selber ausdenken."

Moral und Politik

LANXESSarena (Foto: AP)

Hier findet die Gala statt

Eine Rolle spielen dabei auch die Themen der Zeit. In diesem Jahr liegt ein Schwerpunkt auf Moral und Politik. So lädt die lit.Cologne zum 50-jährigen Bestehen von Amnesty International zu einer Gala in die größte Veranstaltungshalle Kölns, in der Tausende Besucher Platz haben. Da lesen dann prominente Autoren, Schauspieler und Musiker Texte politisch verfolgter Schriftsteller aus aller Welt. An einem anderen Abend diskutiert die amerikanische Philosophin Susan Neiman, die das Berliner Einstein-Forum leitet, mit der Politikwissenschaftlerin Gesine Schwan darüber, wie das Thema Moral in der heutigen Zeit neu definiert werden müsse. Und der ehemalige Bundesaußenminister und Grünen-Politiker Joschka Fischer trifft den Historiker Eckhart Conze, der die Verstrickungen des Auswärtigen Amtes in den Nationalsozialismus aufgearbeitet hat. Eine Studie, über die in Deutschland heftig gestritten wurde.

Bekannte Autoren treffen auf unbekannte

Lesepult bei der lit.Cologne (Foto: Martin Langhorst)

Lesepult bei der lit.Cologne

Aber natürlich geht es auf der lit.Cologne nicht nur um Politik. Es gibt einen Abend der mexikanischen Literatur und einen, der sich dem vor 200 Jahren verstorbenen Dichter Heinrich von Kleist widmet. Ein besonders Markenzeichen der lit.Cologne aber ist, dass hier immer bekannte Autoren auf unbekannte treffen, sagt Rainer Osnowski: "Normalerweise treten diese Autoren, wenn sie irgendwo in Köln, Frankfurt oder München lesen, vor 30 bis 40 Leuten auf. Und bei uns sind es zwei bis dreihundert." Auch der Buchhandel möchte von der lit.Cologne profitieren. Dorothee Junck besitzt eine der bestsortierten unabhängigen kleinen Buchhandlungen in Köln, den Buchladen im Stadtteil Nippes. Sie bestätigt, dass unbekannte Autoren durch das Festival eine besondere Aufmerksamkeit bekommen: "Wir verkaufen Bücher in größerem Maße von lit.Cologne-Autoren."

Pläne für ein zweites Festival?

Rainer Osnowski, Dr. Edmund Labonté und Werner Köhler (Foto: Stefan Worring)

Die drei Geschäftsführer der lit.Cologne

Bei soviel Erfolg kann man sich gut vorstellen, dass an Plänen für ein zweites Festival im Herbst parallel zur Frankfurter Buchmesse gearbeitet wird. Das zumindest berichten die Branchenblätter des Buchhandels und die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Rainer Osnowski widerspricht jedoch den Berichten: "Es gibt Anfragen von den großen Publikumsverlagen in Deutschland, ob wir einige ihrer Autoren, die im Herbst nach Frankfurt kommen, nicht in Köln präsentieren wollen. Da diese Anfragen sich häufen, könnten wir uns vorstellen, darüber nachzudenken. Aber es wird aber auf keinen Fall ein Festival geben."

Autorin: Christel Wester

Redaktion: Gudrun Stegen

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