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Aktuell Deutschland

Köln rüstet sich für Erdogan-Auftritt

Mit einem Großaufgebot will die deutsche Polizei dafür sorgen, dass alles friedlich verläuft. In Köln treffen an diesem Samstag Gegner und Anhänger des umstrittenen türkischen Regierungschefs aufeinander.

Recep Tayyip Erdogan kommt an diesem Samstag zu einem Kurzbesuch nach Köln, was Anhänger und Gegner des islamisch-konservativen Ministerpräsidenten mobilisiert. Er will vor rund 30.000 erwarteten Zuhörern, die sich in und vor der Veranstaltungshalle "Lanxess-Arena" versammeln, eine Rede halten. Offizieller Anlass ist das zehnjährige Bestehen der Union Europäisch-Türkischer Demokraten (UETD), die als verlängerter Arm von Erdogans Partei AKP gilt.

Die Alevitische Gemeinde erwartet zu einer von ihr angemeldeten Demonstration gegen Erdogan ebenfalls mindestens 30.000 Teilnehmer. Sie vermutet, Erdogan wolle den Auftritt nutzen, um seine Anhänger für die türkische Präsidentenwahl Anfang August zu mobilisieren, bei der auch im Ausland lebende Türken abstimmen dürfen. Mit einer Kandidatur Erdogans wird allgemein gerechnet.

Merkel erneuert Appell

Bundeskanzlerin Angela Merkel erklärte, sie gehe davon aus, dass Erdogan "weiß, wie sensibel dieser Termin gerade diesmal ist, und dass er verantwortungsvoll auftritt". 2008 hatte der Regierungschef in Köln mit einer Rede über Integration für Irritationen gesorgt, in der er die Türkischstämmigen in Deutschland auforderte, sich nicht zu sehr zu integrieren und vor allem Türkisch zu lernen.

Eintrittskarte Lanxess Arena für Erdogan-Rede (Foto: DW)

Begehrt: Eintrittskarte für die Erdogan-Rede

Zur Politik Erdogans meinte Merkel, die Bundesregierung sehe "einige Entwicklungen in der Türkei mit Sorge, etwa das Einschreiten gegen Demonstranten, die Übergriffe auf die sozialen Netzwerke oder die Lage der Christen". Kölns Oberbürgermeister Jürgen Roters äußerte die Befürchtung, dass durch Erdogans Auftritt Konflikte in der Türkei "in unser Land und auch nach Köln übertragen werden".

Die Türkische Gemeinde in Deutschland hofft hingegen, dass Erdogan in Köln "gegenüber den Türkeistämmigen und in die deutsche Gesellschaft hinein versöhnliche, zusammenführende Töne anschlägt". Dann hätte sich der Besuch des Premiers gelohnt, sagte der Vorsitzende Safter Cinar.

wa/qu (epd, dpa)

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