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Bundesliga

Köln legt Protest ein

In Stuttgart und in Dortmund gibt es hitzige Diskussionen um den Videobeweis. Christian Gentners schwere Verletzung bleibt ungeahndet, Köln legt sogar Protest gegen das 0:5 beim BVB ein. Zweimal versagt der Video-Schiri.

Der 1. FC Köln hat einen Protest gegen die Wertung des mit 0:5 verlorenen Bundesliga-Spiels gegen Borussia Dortmund angekündigt. Dies sagte Sportdirektor Jörg Schmadtke nach der Begegnung am Sky-Mikrofon. "Wenn gegen das Regelwerk entschieden wird, dann ist das eine Neuansetzung. Wir werden auf jeden Fall Protest einlegen", sagte Schmadtke.

Beim Treffer zum 0:2 hatte Kölns Torhüter Timo Horn den Ball nach einer Flanke fallen gelassen und Sokratis eingeschoben. Schiedsrichter Patrick Ittrich gab das Tor nach Rücksprache mit dem Video-Assistenten. Der Kritikpunkt der Kölner: Sokratis habe Dominique Heintz in Horn hinein geschoben, davor sei zudem schon ein Pfiff erfolgt.

"Dieses Spiel wurde durch eine Fehlentscheidung des Teams entschieden. Wir kriegen innerhalb von 20 Minuten die Hütte hier voll, aber die entscheidende Szene passiert vor dem 2:0", sagte Schmadtke. Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke warf den Kölnern schlechtes Verlieren vor.

Damit brachte der Video-Assistent diesmal sogar mehr Durcheinander als Hilfe. Bereits am Samstag hatte er versagt.

Acht Minuten Unterzahl statt Elfmeter

Es war eine hässliche Szene, die man sich kaum in der Wiederholung anschauen kann, so brutal wirkte der Zusammenstoß zwischen Wolfsburgs Torhüter Koen Casteels und Stuttgarts Kapitän Christian Gentner kurz vor Ende der regulären Spielzeit. Dabei hatte Casteels nur den Ball im Blick, ihm ist keine Absicht zu unterstellen - was wiederum aber kein Kriterium für ein Foul ist.

Der bereits mit Gelb verwarnte Keeper ging mit einer solchen Wucht zu Werke, das Knie weit voraus und hochgerissen, dass er eine Verletzung eines Gegenspielers in Kauf nahm. Er traf Gentner mit dem Knie voll im Gesicht, der Ex-Wolfsburger musste mit einer Trage und einer Halskrause schwer benommen und stark blutend vom Platz getragen werden.

Für viele war das ein klares Foul, das einen Elfmeter für Stuttgart und mindestens die (in diesem Fall zweite) Gelbe, wenn nicht sogar die Rote Karte gegen Casteels hätte nach sich ziehen müssen. Doch stattdessen gab es nach einer langen Unterbrechung eine achteinhalbminütige Nachspielzeit, die der VfB auch noch in Unterzahl absolvieren musste: Trainer Hannes Wolf hatte zu diesem Zeitpunkt bereits dreimal gewechselt.

"Entscheidung grenzwertig, aber vertretbar"

Schiedsrichter Guido Winkmann (l.) schaut auf den verletzten Christian Gentner (2.v.r.) vom VfB Stuttgart herab (Foto: picture alliance/Avanti-Fotografie/R. Poller )

Schock in Stuttgart: Kapitän Gentner liegt schwer verletzt am Boden

Hellmut Krug, beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) Projektleiter Video, erklärte später auf SID-Anfrage, dass sich Schiedsrichter Guido Winkmann und Video-Assistent Deniz Aytekin durchaus ausgetauscht hätten, technische Probleme gab es nicht. "Guido Winkmann hat die Szene im Spiel direkt als unglücklichen Zusammenprall bewertet, da der Wolfsburger Torhüter ausschließlich den Ball im Blick hat, klar wegfaustet und Christian Gentner nicht kommen sieht", sagte Krug.

Dennoch habe Winkmann in der Spielunterbrechung Kontakt zum Video-Assistenten aufgenommen, "der diese Einschätzung nach Ansicht der TV-Bilder bestätigte. Deshalb wurde die Entscheidung nicht korrigiert", so Krug: "Regeltechnisch ist die Entscheidung zwar grenzwertig, aber vertretbar, auch wenn der Zusammenprall schlimm aussieht und die schwere Verletzung von Christian Gentner, dem wir eine baldige Genesung wünsche, mehr als bedauerlich ist."

 

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