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Asien

Köhler trifft chinesischen Notenbankchef

Bundespräsident Horst Köhler kam im Rahmen seiner derzeitigen China-Reise mit Notenbankchef Zhou Xiaochuan zusammen. Im Mittelpunkt standen die Turbulenzen an den Devisen- und Anleihemärkten.

Der chinesische Notenbankchef Zhou Xiaochuan (Foto: AP)

Der chinesische Notenbankchef Zhou Xiaochuan

Er sei "ganz angetan" gewesen von dem Treffen mit dem chinesischen Notenbankchef, sagte der Bundespräsident gegenüber der Deutschen Welle. Bei dem Gespräch ging vor allem um die Stabilisierung des internationalen Finanzsystems. Zhous Grundidee sei es, das System multipolar abzusichern und nicht so stark auf den Dollar zu stützen. "Ich halte das für eine interessante Überlegung" so Köhler weiter. Die Tatsache, dass der chinesische Notenbankchef über Alternativen zum US-Dollar als Leitwährung nachdenkt, beweise, so Köhler, dass er "durchaus ein Bewusstsein für die Stabilität des Weltfinanzsystems hat, auch wenn man China genau das nicht unbedingt zuspricht".

Keine Eile bei der Umsetzung

Grundsätzlich unterstützt Köhler zwar die chinesischen Überlegungen und bezeichnete sie wörtlich als "relevant". Gleichzeitig warnte er aber davor, jetzt überhastet zu handeln: "Zur Stabilisierung des Finanzsystems gehört auch die Frage, ob man auf einen größeren Korb von Währungen umstellen kann." Schnellschüsse seien aber in jedem Fall der falsche Ansatz, um langfristig einen Ausweg aus der Krise zu finden.

Totale von Horst Köhler, Hu Jintao und anderen in der Großen Halle des Volkes in Peking (Foto: AP)

Treffen mit dem chinesischen Präsidenten Hu Jintao in der Großen Halle des Volkes in Peking

Ringen um die Landeswährung

Angesprochen auf das heikle Thema Wechselkurspolitik hielt sich Köhler bedeckt. Ausländische Unternehmen beklagen zunehmende Restriktionen bei Investitionen in China. Auch ist vor allem von den USA immer wieder eine Aufwertung der chinesischen Währung verlangt worden. Die Währungspolitik sei "kein Tabu" mehr, so der Bundespräsident, aber "das ist eine Frage des richtigen Zeitpunktes und des richtigen kooperativen Geistes der Gespräche und nicht des Drucks oder der Beschuldigungen".

Auch die europäischen Bemühungen zur Stabilisierung des Euro und zur Rettung Griechenlands waren Thema bei dem Treffen. Diesbezüglich habe Zhou den Europäern die volle Unterstützung Chinas zugesichert. "Offen und kraftvoll" werde sich China beim Internationalen Währungsfonds dafür einsetzen, dass auch der IWF seinen Beitrag bei der Rettungsaktion leisten werde.

Köhler mit Premier Wen Jiabao kurz vor dem Hände schütteln (Foto: AP)

Köhler mit Premier Wen Jiabao

Weiter zur Expo

Neben Notenbankchef Zhou traf Köhler am Dienstag außerdem mit Regierungschef Wen Jiabao zusammen. Das Gespräch mit dem Premier setzt gleichzeitig den Schlusspunkt unter die politischen Gespräche des Bundespräsidenten in Peking. Köhler reist jetzt weiter nach Shanghai, wo er am Mittwoch am Deutschland- Tag der Weltausstellung teilnehmen wird.

Autorin: Esther Broders
Redaktion: Thomas Kohlmann