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Politik

Köhler stellt sich hinter Afghanistan-Einsatz

Bundespräsident Horst Köhler hat bei einem Kurzbesuch in Afghanistan den Einsatz der deutschen Soldaten gewürdigt. Es war die erste Reise des Staatsoberhaupts zur Bundeswehr am Hindukusch.

Bundespräsident Köhler umringt von Soldaten in Masar-i-Scharif (Foto: dpa)

Bundespräsident Köhler umringt von Soldaten in Masar-i-Scharif

Er wolle mit seinem Besuch den Soldaten die Unterstützung Deutschlands für ihren Einsatz übermitteln, sagte Köhler am Freitag (21.05.2010) im Bundeswehr-Feldlager im nordafghanischen Masar-i-Scharif. Im Gespräch mit Bundeswehrangehörigen betonte Köhler: "Ihr Einsatz ist schwierig und gefährlich, aber richtig und legitim." Der Bundespräsident drückte den Soldaten seine Hochachtung und seinen Respekt aus. Sie hätten gelobt, tapfer zu dienen: "Genau das tun Sie hier in Afghanistan."

Präsident spricht von Krieg

Indirekt charakterisierte Köhler den Afghanistan-Einsatz als Krieg: "Hier, finde ich, fühlen die Soldaten weitgehend, es ist ein Krieg. Und dem werde ich nicht widersprechen." Er sei durch den Besuch eher ermutigt worden, so der Bundespräsident weiter. "Die Soldaten, die ich gesprochen habe, halten das nicht für eine 'mission impossible'" (aussichtsloser Einsatz). .

Gedenken an Getötete

Abschiedsappell für getötete Soldaten im April im Feldlager Masar-i-Scharif (Foto: dpa)

Abschiedsappell für getötete Soldaten im April im Feldlager Masar-i-Scharif

Begonnen hatte der Kurzbesuch Köhlers mit dem Gedenken an die in der Region Masar-i-Scharif getöteten Soldaten aus allen Einsatznationen. Im Ehrenhain des deutschen Feldlagers verharrte der Bundespräsident still an einem Gedenkstein auf dem die Inschrift "Zum Gedenken an unsere toten Kameraden. In Deine Hände befehle ich meinen Geist" und Plaketten mit den Namen von 58 Soldaten angebracht sind. Aus Deutschland sind seit Beginn des Afghanistan-Einsatzes im Jahr 2002 insgesamt 43 Soldaten ums Leben gekommen.

Truppenverstärkung im Sommer

In Afghanistan sind derzeit rund 4300 deutsche Soldaten stationiert. Der Bundestag hatte die Mandatsobergrenze Ende Februar um 850 auf 5350 Soldaten erhöht, um der verschlechterten Sicherheitslage vor allem in der Provinz Kundus Rechnung zu tragen. Mit der Aufstockung der deutschen Truppen soll im Juli begonnen werden.

Im Rahmen der neuen Afghanistan-Strategie sollen die Bundeswehr-Soldaten künftig viel öfter als bisher gemeinsam mit den afghanischen Soldaten auf Patrouillen gehen und die Taliban bekämpfen. Damit wird sich nach den Worten von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg auch das Risiko für die deutschen Soldaten erhöhen.

Die neue Strategie soll zugleich die Weichen stellen für einen Abzug des deutschen Kontingents von 2011 an. Ein Schwerpunkt neben der zivilen Wiederaufbauhilfe ist die Ausbildung afghanischer Soldaten und Polizisten. Bei der Bundeswehr soll die Zahl der Ausbilder für die afghanischen Sicherheitskräfte von 280 auf 1400 steigen. Die zivile Aufbauhilfe wird auf 430 Millionen Euro verdoppelt.

Angriffe der Taliban

Am Donnerstag war die Bundeswehr in Nordafghanistan gleich zweimal von Taliban-Kämpfern angegriffen worden. Bei einem Anschlag nördlich von Kundus-Stadt auf einen deutschen Fahrzeug-Konvoi wurde ein Soldat leicht verletzt. Wenige Stunden später beschossen Aufständische eine Patrouille in der Region Feisabad. Kein Soldat habe Verletzungen erlitten, teilte die Bundeswehr mit. Die Patrouille habe das Feuer erwidert.

Der Bundespräsident und seine Frau hatten zuvor die Weltausstellung in der chinesischen Metropole Schanghai besucht und waren über Usbekistan nach Afghanistan geflogen. Aus Sicherheitsgründen war der Besuch dort vorher nicht angekündigt worden.

Autor: Michael Wehling (dpa/rtr/apn)
Redaktion: Gerhard Friese

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