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Europa

Köhler spricht mit Papst über Globalisierung

Papst Benedikt XVI. hat Bundespräsident Köhler zu einer Audienz empfangen. Im Mittelpunkt ihres Gesprächs standen die aktuelle Wirtschafts- und Finanzkrise, die Sozialenzyklika des Papstes sowie die Zukunft der EU.

Köhler und Papst reichen sich Hände (Quelle: AP)

Benedikt XVI. (r.) empfing Köhler in der päpstlichen Bibliothek

Benedikt XVI. und Köhler stehen vor einer Weihnachtspyramide (Quelle: AP)

Weihnachtsgeschenk vom Präsidenten: Benedikt XVI. und Köhler vor einer Weihnachtspyramide aus dem Erzgebirge


In der 20-minütigen Begegnung am Samstag (05.12.2009) in der Privatbibliothek des Papstes ging es besonders um die Herausforderungen der Finanzkrise für die Gestaltung der Gesellschaft, wie Köhler anschließend vor Journalisten sagte. Es müsse deutlich werden, dass die von allen gewollte Freiheit auch Bindung in der Verantwortung brauche. Dies müsse bei eine Neuordnung der internationalen Wirtschaft und Finanzen berücksichtigt werden. Köhler würdigte die jüngste Sozialenzyklika des Papstes, in der Benedikt XVI. diese Zusammenhänge aufgezeigt habe. Sie schaffe eine wichtige Grundlage für die Diskussion für eine bessere Welt, betonte der Bundespräsident.

"Es war ein sehr gutes Gespräch", sagte der Präsident, der anschießend auch über eine halbe Stunde lang mit Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone konferierte. Dabei sei es auch um die Zukunft der Europäischen Union gegangen. "Der Papst macht deutlich, dass wir unseren Blick weiten müssen über die EU hinaus auf die Frage von Gerechtigkeit und Frieden in der ganzen Welt. Und dass Armut, Hunger und Ausbeutung Gefahren für die Welt und die Menschheit sind." Die Papstbesuche in Afrika sowie im Nahen Osten und auch seine Sozialenzyklika seien Mahnungen zum Nachdenken darüber, "wie wir die Globalisierung so gestalten können, dass Frieden herrscht und am Ende auch alle Menschen die Chance haben, ein gutes Leben zu führen".

Der Papst hatte am Vorabend gemeinsam mit Köhler ein Konzert des Residenz-Kammerorchesters München und der Augsburger Domsingknaben in der Sixtinischen Kapelle besucht. Der Bundespräsident besuchte anlässlich des Konzerts zum 60. Jahrestag der Gründung der Bundesrepublik Deutschland und zum 20. Jahrestag des Mauerfalls im Rahmen eines eintägigen Staatsbesuchs Italien und den Vatikan. Am Freitag war er bereits mit dem italienischen Staatspräsidenten Giorgio Napolitano zusammengetroffen.

Autor: Ranty Islam (kna, epd)
Redaktion: Martin Schrader