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Aktuell Afrika

Kämpfe zwischen Verbündeten

Im westafrikanischen Mali hat es wieder blutige Auseinandersetzungen gegeben. Im Norden des Landes gerieten zwei Gruppen aneinander, die nach dem Putsch im März eigentlich gemeinsame Sache gemacht hatten.

Bei den jüngsten Kämpfen zwischen Tuareg-Rebellen und Islamisten sind Augenzeugenberichten zufolge mindestens 20 Menschen getötet worden. Anhänger der islamistischen Bewegung für Einheit und Dschihad in Westafrika (MUJAO) hätten alle von den säkularen Tuareg kontrollierten Gebäude in der Stadt Gao im Norden des Malis mit Waffengewalt erobert und dort ihre eigene Flagge gehisst, berichteten Bewohner.

Islamisten weiten Einfluss im Norden Malis aus

Die Kämpfer der Tuareg-Bewegung MNLA seien angesichts der heftigen Gefechte aus ihrem Hauptquartier, dem Gouverneurssitz der Stadt, geflohen, berichteten Augenzeugen. Bei den Zusammenstößen seien einige Tuareg-Rebellen festgenommen worden. Die Bewegung MUJAO habe die Kontrolle über das Hauptquartier der Tuareg übernommen, sagte ein früherer Polizist. Die Islamisten selbst verkündeten, die gesamte Stadt unter ihre Kontrolle gebracht zu haben.

Die Kämpfe, in deren Verlauf laut Augenzeugen mindestens 20 Menschen getötet und unzählige weitere verwundet wurden, hatten am Mittwochmorgen begonnen. Vorausgegangen waren am Dienstag Proteste von Einwohnern gegen die Ermordung eines Stadtrates. Augenzeugen hatten Tuareg-Kämpfer für die Tat verantwortlich gemacht; deren Bewegung MNLA sprach jedoch von einem Täuschungsmanöver von Seiten der MUJAO, die dem Terrornetzwerk Al-Kaida nahestehen soll.

Die Tuareg und die MUJAO hatten die Stadt Gao vor wenigen Monaten gemeinsam unter ihre Kontrolle gebracht, nachdem ein Putsch von Soldaten gegen den früheren Präsidenten Amadou Toumani Touré für ein Machtvakuum gesorgt hatte. Der Umsturz ermöglichte es den Tuareg, mehreren islamistischen Bewegungen und verschiedenen kriminellen Gruppen, innerhalb weniger Tage den gesamten Norden unter ihre Kontrolle zu bringen. Seitdem ist das Land faktisch geteilt, Hunderttausende Menschen sind auf der Flucht.

fw/haz (afp, dapd, dpa)