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Nahost

Kämpfe zwischen Israelis und Palästinensern im Gazastreifen eskalieren

Die israelische Armee hat im Gazastreifen am Samstag Dutzende Palästinenser getötet, darunter offenbar viele Zivilisten. Palästinenser-Präsident Abbas verglich die Tötung von Zivilpersonen mit dem Holocaust.

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Trauerende Palästinenser: Unter den toten Zivilisten sollen auch Kinder sein.

Bei neuen israelischen Boden- und Luftangriffen im Norden des Gazastreifens sind am Samstag mindestens 40 Palästinenser getötet worden. Weitere 100 wurden verletzt. Unter den Todesopfern waren nach Angaben der von der radikal-islamischen Hamas kontrollierten Behörden mindestens drei Kinder. Die Hamas und die radikale Organisation Islamischer Dschihad beklagten den Tod mehrerer Mitglieder.

Israelische Panzer nahe Gaza

Israelische Panzer rücken in den Gazastreifen vor

Wie Augenzeugen berichteten, waren israelische Panzer noch vor Sonnenaufgang bis in die Stadt Dschabalia vorgedrungen. Dort kam es zu Kämpfen mit militanten Palästinensern. Auch wurden wiederholt Luftangriffe geflogen. Damit reagierte das Militär am vierten Tag in Folge auf den fortwährenden Beschuss israelischer Grenzorte mit selbst gebauten Raketen und Mörsergranaten aus dem Gazastreifen. Bei Raketenangriffen wurden am Samstag zwei israelische Kinder und eine Frau verletzt. Am Mittwoch starb ein 47-jähriger Israeli, nachdem eine palästinensische Rakete in seiner Nähe einschlug.

Appell an internationale Gemeinschaft

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas verurteilte die Militärangriffe scharf. "Was wirklich in Gaza geschieht, ist mehr als ein Holocaust", sagte er in Ramallah bei einem Treffen der Organisation zur Befreiung Palästinas (PLO). Er rief erneut zu einem "internationalen Schutz des palästinensischen Volkes" auf. In einer Erklärung drängte Abbas anschließend das so genannte Nahost-Quartett aus USA, EU, Russland und UNO zu einer "schnellen Intervention", um den "täglichen Massakern" im Gazastreifen ein Ende zu setzen.

Der stellvertretende israelische Verteidigungsminister Matan Vilnai hatte am Freitag gesagt, dass die Hamas mit den täglichen Raketenangriffen den Palästinensern eine große Katastrophe bringen werde. Er benutzte dabei das hebräische Wort Schoa, das auch als "Holocaust" übersetzt werden kann. Er löste damit große Empörung der palästinensischen Führung aus. Vilnai sagte am Samstag erneut im Armeeradio, dass eine Großoffensive im Gazastreifen unvermeidbar sei, falls das Raketenfeuer auf Israel nicht aufhöre.

Solana und Rice reisen in die Konfliktregion

Allerdings bestritt Vilnai unterdessen im Armeeradio, dass es sich bei dem Einsatz um die großangelegte Bodenoffensive handele, mit der israelische Politiker in den vergangenen Tagen mehrfach gedroht hatten. Die Aktion sei lediglich ein "erweiterter Einsatz", sagte Vilnai. Die israelische Armee sei im Gazastreifen "permanent" im Einsatz

EU-Chefdiplomat Javier Solana besucht vom Sonntag an erneut Israel und die Palästinensergebiete, um die Lage in Gesprächen mit beiden Seiten zu erörtern. Am Montag wird auch US-Außenministerin Condoleezza Rice in der Region erwartet. (stl)

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