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Aktuell Afrika

Kämpfe zwischen Armee und Miliz in Benghasi

Bei mehrstündigen Gefechten zwischen libyschen Spezialkräften und salafistischen Aufständischen in Benghasi sind mindestens 14 Menschen getötet worden. Es gab zahlreiche Verletzte.

Nach Angaben des Militärsprechers eskalierte die Gewalt, als Spezialkräfte bei einer Patrouille in der Nähe des Hauptquartiers von Anhängern der Gruppe Ansar al-Scharia, der größten salafistischen Extremistengruppe in Libyen, angegriffen wurden. Zeugen berichteten von Schüssen und mehreren Explosionen in Benghasis Stadtviertel Ras Obeida. Sicherheitskräfte forderten die Bewohner der Hafenstadt zunächst auf, ihre Häuser nicht zu verlassen. Nach mehrstündigen Gefechten, bei denen mindestens 14 Menschen getötet und rund 50 verletzt wurden, kehrte gegen Mittag wieder relative Ruhe ein.

Seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 ist die Lage in dem nordafrikanischen Land extrem angespannt. Milizen, die gegen Gaddafi gekämpft hatten, widersetzen sich den staatlichen Sicherheitskräften. Vor zehn Tagen wurden bei Auseinandersetzungen in der Hauptstadt Tripolis mehr als 40 Menschen getötet.

Die Gruppe Ansar Al-Scharia entstand erst nach dem Sturz Gaddafis. Der militärische Flügel besteht aus früheren Rebellen. Der Organisation werden nicht nur Mordanschläge auf Richter und Sicherheitskräfte in Benghasi vorgeworfen. Ansar Al-Scharia wird auch verdächtigt, in einen Angriff auf die US-Botschaft in der Stadt im September vergangenen Jahres verwickelt gewesen zu sein, bei dem der Botschafter und drei weitere US-Bürger getötet wurden.

Investoren ziehen sich zurück

Die jüngste Welle der Gewalt in Libyen hat auch Auswirkungen auf die Wirtschaft. Die wichtigen Ölhäfen werden von Streikenden ebenso blockiert wie die Erdgas-Pipeline nach Sizilien. Das Land, das noch 2012 der viertgrößte Rohölversorger Deutschlands war, liefert derzeit kaum Brennstoff.

Insbesondere für den größten deutschen Öl- und Gasförderer Wintershall wird die Situation vor Ort allmählich zur Belastung. "Durch die andauernde Blockade der Öl-Exportanlagen an der Küste hat Wintershall die Onshore-Förderung bereits vor einigen Wochen einstellen müssen", sagte Wintershall-Sprecher Stefan Leunig. Derzeit sei unklar, wie schnell die Produktion in der libyschen Wüste wieder aufgenommen werden könne.

Mit Investitionen von mehr als zwei Milliarden US-Dollar und über 150 abgeteuften Bohrungen ist die BASF-Tochter Wintershall einer der größten Ölproduzenten in Libyen. Bereits seit 1958 ist das Unternehmen dort aktiv. Vor dem Sturz Gaddafis hatte Wintershall rund 100.000 Barrel Öl pro Tag in Libyen gefördert.

re/hf/kle (dpa, rtrd, afpd)