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Afrika

Kämpfe um Sirte gehen weiter

Die neue libysche Regierung verstärkt die Belagerung von Sirte, das aber weiter in der Hand von Gaddafi-Anhängern ist. In Tripolis ist ein Massengrab mit mehr als tausend Opfern des Gaddafi-Regimes entdeckt worden.

Soldat (Foto: AP)

Um Sirte wird noch gekämpft

Es ist ein grausiger Fund, der da in der libyschen Hauptstadt Tripolis gemacht wurde: In der Nähe eines Gefängnisses wurden die Überreste von mehr als 1200 Leichen entdeckt. Es handele sich um getötete Häftlinge, teilte der Leiter des Ausschusses der neuen Regierung zur Suche nach Opfern der Herrschaft Gaddafis, Ibrahim Abu Sahima, am Sonntag (25.09.2011) mit.

In dem Gefängnis Abu Salim hatten im Jahr 1996 Häftlinge gegen die Haftbedingungen protestiert. Am 26. Juni 1996 seien diese dann massakriert worden. Der Übergangsrat werde nun um internationale Hilfe bitten, um die Toten zu identifizieren. Menschenrechtsorganisationen hatten zu Gaddafis Zeiten die Situation in dem Gefängnis immer wieder angeprangert. Dort hielt das Regime vor allem Oppositionelle fest.

Kämpfe um Sirte

Panzer (Foto: dapd)

Sirte wird verstärkt beschossen

Die Truppen der neuen libyschen Regierung verstärkten am Sonntag die Belagerung der Stadt Sirte, wo sich Anhänger Gaddafis verschanzt haben. Sie richteten mehr Straßensperren und Kontrollpunkte ein und positionierten Scharfschützen. Zeitgleich flogen Kampflugzeuge der NATO schwere Angriffe auf die Heimatstadt des gestürzten libyschen Machthaber Muammar al-Gaddafi.

Tags zuvor war eine Offensive gegen die Gaddafi-Anhänger gescheitert. Regierungstruppen erreichten zwar den Rand des Zentrums von Sirte, wurden dann aber wieder zurückgeschlagen. Flüchtlinge sprachen von dramatischen Zuständen in Sirte. Die Menschen hätten kein sauberes Wasser und lebten in Kellern. Regierungssoldaten berichteten, mehr als 1300 Familien seien in der vergangenen Woche aus der Stadt geflüchtet.

Angriff aus Algerien

An anderer Stelle griffen die Gaddafi-Kämpfer an. Nach Angaben des Übergangsrates überschritten sie von Algerien aus die Grenze nach Libyen und töteten im libyschen Ort Ghadamis nahe der Grenze sechs Menschen. Nun wächst die Furcht, dass der Krieg gegen die Anhänger des Gaddafi-Regimes noch lange dauern könnte.

Unterdessen wurde in Tripolis die deutsche Botschaft wiedereröffnet. Sie war am 3. März aus Sicherheitsgründen geschlossen worden. Im Mai öffnete dann ein deutsches Verbindungsbüro in Benghasi, dem damaligen Sitz der Rebellenbewegung.

Autor: Dirk Eckert (afp, dapd, rtr)

Redaktion: Hajo Felten

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