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Aktuell Nahost

Kämpfe trotz offiziell geltender Feuerpause im Jemen

Für fünf Tage sollen die Waffen im Jemen schweigen, so weit die Vereinbarung. Huthi-Rebellen und die arabische Militärallianz werfen sich am Tag eins der Waffenruhe wechselseitig Verstöße gegen die Feuerpause vor.

Eines scheint sich abzuzeichnen: So ganz schweigen die Waffen im Jemen nicht. Allerdings hat offensichtlich die Intensität der Kampfhandlungen nachgelassen, seit die Waffenruhe zwischen den schiitischen Huthi-Rebellen im Jemen und der sunnitisch-arabischen Militärallianz unter saudi-arabischer Führung an diesem Mittwoch um Mitternacht Ortszeit in Kraft getreten ist. Nach den wochenlangen Gefechten soll die Feuerpause vor allem dazu dienen, Hilfslieferungen für die unter Krieg und Bombardierungen leidende Bevölkerung auf den Weg zu bringen.

Saudi-Arabien, das die Seezugänge zum Jemen derzeit blockiert, behält sich allerdings das Recht vor, die Hilfslieferungen zu kontrollieren. Neue Komplikationen drohen, weil der Iran ein Schiff mit Hilfsgütern zum jemenitischen Hafen Hodeida geschickt hat, den die Huthis kontrollieren. Teheran werde nicht zulassen, dass der Frachter auf seinem Weg in den Jemen gestoppt werde, sagte Massud Dschasajeri, der Vizekommandeur der iranischen Streitkräfte, nach Angaben des iranischen Nachrichtensenders Al-Alam. "Dann würde bei uns der Geduldsfaden reißen und für die Gegenseite zu unkontrollierbaren Konsequenzen führen", erklärte er.

Ein saudischer Militärsprecher betonte hingegen, die Militärkoalition werde keinem iranischen Schiff das Anlegen an Jemens Küsten erlauben. Teheran könne Hilfsgüter in das Bürgerkriegsland liefern, müsse diese jedoch über die Vereinten Nationen schicken. Saudi-Arabien und der schiitische Iran rivalisieren um die Vorherrschaft in der Region. Seit mehr als sechs Wochen versucht Riad mit seinen Verbündeten, die Huthis zurückzudrängen, die weite Teile des Landes unter ihre Kontrolle gebracht haben. Der gewählte jemenitische Präsident Abd-Rabbu Mansur Hadi hat sich bereits vor Wochen nach Saudi-Arabien abgesetzt.

Hilfe für die Bevölkerung (Foto: epa)

Hilfe für die Bevölkerung

Waffenruhe gebrochen

Nach Angaben des saudischen Verteidigungsministeriums schossen die Huthis nach Beginn der Waffenruhe mit Granaten auf die saudischen Grenzstädte Nadschran und Dschisan. Die Aufständischen behaupteten wiederum, die Saudis hätten Huthi-Stellungen in den umkämpften Provinzen Lahidsch und Abjan bombardiert. In der Hauptstadt Sanaa war es hingegen ruhig, berichteten Augenzeugen. Die Metropole war in den vergangenen Tagen Ziel von schweren saudischen Bombardements gewesen, bei denen Dutzende Zivilisten ums Leben kamen.

Aus der südlichen Hafenstadt Aden wurden einzelne Zusammenstöße gemeldet. Saudische Kampfflugzeuge wurden am Himmel über Aden gesehen, griffen aber keine Ziele am Boden an. Nach Augenzeugenberichten bombardierte die arabische Militärallianz am Mittwoch Stellungen der Huthi-Rebellen im Südwesten des Jemen, die die Aufständischen erst nach dem Beginn der Feuerpause eingenommen hatten.

Merkel mahnt politische Lösung an

Bundeskanzlerin Angela Merkel warb indes für eine politische Lösung im Jemen. Es sei schwer, diesen Konflikt allein militärisch zu lösen, sagte sie nach einem Treffen mit dem jordanischen König Abdullah II. in Berlin. Jordanien ist Teil der saudisch geführten Koalition. Der Monarch wandte sich gegen Spekulationen über eine Bodenoffensive unter Beteiligung jordanischer Truppen. Priorität habe die Verteidigung Saudi-Arabiens.

qu/gri (rtr, dpa)