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Aktuell Welt

Kämpfe mit Miliz in Bengasi

In der Stadt Bengasi im Osten Libyens sind bei Kämpfen zwischen Demonstranten und Milizen mindestens 28 Menschen getötet worden. Die Regierung ruft zu Zurückhaltung auf.

Immer wieder sorgen in Libyen bewaffnete Gruppen, die sich im Kampf gegen das Regime des 2011 getöteten Machthabers Muammar al-Gaddafi gebildet hatten, für Konflikte und Auseinandersetzungen. In Bengasi, dem Ausgangspunkt des Aufstands gegen Gaddafi, haben Bürger einen neuen Versuch unternehmen, eine Miliz zu vertreiben. Bei den Auseinandersetzungen wurden mindestens 28 Menschen getötet und weitere 55 verletzt, wie ein Arzt aus der Stadt der libyschen Nachrichtenagentur Lana mitteilte.

Zahlreiche teils bewaffnete Demonstranten hatten versucht, eine Brigade namens "Schutzschild Libyens" aus ihrer Kaserne zu verjagen. Die Miliz sollte Bengasi verlassen und die Armee die Kontrolle übernehmen, so die Forderung der Demonstranten. "Schutzschild Libyens" untersteht formell dem Verteidigungsministerium in Tripolis, das bei der Ausbildung von Armee und Polizei große Probleme hat und daher immer wieder auf die Ex-Rebellen zurückgreift.

Nach den blutigen Zusammenstößen erklärte Regierungschef Ali Seidan in einer nächtlichen Fernsehansprache, die Vorfälle würden genau untersucht. Die Kämpfer der Miliz hätten die Kaserne inzwischen verlassen.

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Tote bei Protesten in Bengasi

Das Gelände und die dort stationierten schweren Waffen würden nun von regulären Armee-Einheiten kontrolliert. Alle Seiten sollten sich zurückhalten, mahnte Seidan.

Bereits im Oktober 2012 hatten Bewohner von Bengasi Milizionäre aus der Stadt vertrieben. In den vergangenen Monaten wurde Bengasi immer wieder von Angriffen auf Sicherheitskräfte und diplomatische Vertretungen des Westens erschüttert. So waren bei einem Angriff radikaler Islamisten auf das US-Konsulat im September der Libyen-Botschafter der Vereinigten Staaten, Chris Stevens, und drei weitere US-Bürger getötet worden.

wl/qu (dpa, afp)

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