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Syrien

Kämpfe in Aleppo gehen weiter

Die Waffenruhe zur Evakuierung Ost-Aleppos ist gescheitert. Die syrische Armee nahm den Kampf nach russischen Angaben wieder auf. Zuvor hätten Rebellen die Feuerpause verletzt.

Regierungssodaten am Montag in Aleppo (Reuters/O Sanadiki)

Regierungssoldaten am Montag in Aleppo

Der russische Außenminister Sergej Lawrow rechnet damit, dass die syrischen Regierungstruppen bei der Einnahme der Stadt Aleppo nur noch "zwei bis drei Tage" auf Widerstand treffen werden. Er hoffe, dass die Lage im Ostteil der Stadt dann geklärt sein werde, sagte Lawrow laut Berichten russischer Nachrichtenagenturen.

Das russische Verteidigungsministerium warf den Rebellen vor, die Kämpfe trotz der Feuerpause wieder aufgenommen zu haben. Syrische Truppen hätten einen Angriff abgewehrt und die "Befreiungseinsätze" verlängert, erklärte die russische Armee. Am Dienstag hatte Russland mitgeteilt, nach der weitgehenden Einnahme von Ost-Aleppo habe die syrische Armee die Kampfhandlungen beendet, um den Aufständischen und ihren Familien die Flucht aus Aleppo zu ermöglichen.

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"Man fühlt Mitleid, Ohnmacht und Scham"

Eine entsprechende Vereinbarung war von Rebellengruppen verkündet und von Russland und der Türkei bestätigt worden. Auch aus syrischen Regierungskreisen hieß es, der Abtransport solle am frühen Morgen beginnen. Nach dem erneuten Beginn der Kämpfe kehrten Busse, die für den Abtransport der Menschen bereitgestellt worden waren, leer zurück.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hatte seiner Organisation angesichts der Situation Kapitalversagen bei der Lösung des Konflikts in Syrien attestiert. "Wir alle haben die Menschen in Syrien bislang kollektiv hängenlassen", sagte Ban bei einer kurzfristig einberufenen Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats in New York. "Dieses Versagen zwingt uns, mehr zu tun, um den Menschen in Aleppo jetzt unsere Solidarität zu zeigen."

Mehrfamilienhäuser in Aleppo sind vollkommen zerstört. (Foto: Reuters/O. Sanadiki)

Unvorstellbar, dass Menschen in dem zerstörten und von der Regierung kontrollierten Stadtteil Aleppos lebt

Die Türkei kündigte an, dass sie ein Zeltlager für bis zu 80.000 Flüchtlinge aus Aleppo aufstellen wolle. Vize-Ministerpräsident Mehmet Simsek gab dies im Onlinedienst Twitter bekannt. Nähere Einzelheiten nannte er nicht.

Nahezu seit Beginn des Bürgerkrieges in Syrien vor gut vier Jahren war die frühere Handelsmetropole Aleppo geteilt zwischen Regierungstruppen im Westen und der Opposition im Osten. Im Sommer kappte die syrische Armee dann zunächst die letzten Versorgungswege in die Rebellengebiete, vor einem Monat begann sie eine Großoffensive mit Hilfe russischer Kampfflugzeuge. Inzwischen kontrolliert die syrische Armee laut Beobachtungsstelle mehr als 90 Prozent von Ost-Aleppo. Nach Angaben der Hilfsorganisation Médecins du Monde sind noch etwa 100.000 Menschen auf einem Gebiet von lediglich fünf Quadratkilometern im Osten der Stadt eingeschlossen. Bisher sind nach Angaben der Beobachtungsstelle, die sich auf ein Netz von Aktivisten in Syrien stützt, bereits mehr als 130.000 Zivilisten aus Ost-Aleppo geflohen.

pab/stu (afp, dpa, rtr)

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