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Politik

Kämpfe im Kaukasus dauern an

Nach der Niederlage in Südossetien gerät das georgische Militär offenbar auch im Konflikt um das nach Unabhängigkeit strebende Abchasien in die Defensive. Russland schickt immer mehr Soldaten.

Panzerkolonne auf staubiger Straße - ap

Georgische Panzer in Gori

Die Führung der von Russland unterstützten Separatistenrepublik Abchasien teilte in der Hauptstadt Suchumi mit, dass die georgischen Truppen im oberen Kodori-Tal komplett umzingelt seien. Die international nicht anerkannten abchasischen Machthaber stellten den georgischen Soldaten und Zivilisten ein Ultimatum. Falls sie nicht unverzüglich das obere Kodori-Tal durch einen Korridor verließen, werde angegriffen.

Russische Verstärkung für Abchasien

Das Tal liegt an der Grenze zu Russland. Moskau hat in den vergangenen Tagen 9000 Soldaten und 350 Militärfahrzeuge nach Abchasien am Schwarzen Meer verlegt. Dies wurde mit der Unterstützung der bislang in Abchasien stationierten russischen Friedenstruppen begründet.

Georgien hat beschlossen, sein im Irak stationiertes Truppenkontingent aus 2000 Mann abzuziehen. Der russische Ministerpräsident Putin wertete es als Einmischung der USA in den Kaukasus-Konflikt, dass diese Soldaten in amerikanischen Militärmaschinen ausgeflogen wurden.

Karte Georgien

Georgien mit den Teilrepubliken Abchasien und Südossetien

Die georgische Regierung, die inzwischen auf EU-Vermittlung einen Waffenstillstand unterzeichnet hat, wirft Russland eine Invasion in ihrem Land sowie eine Besatzungspolitik vor. Auch zwischen Moskau und Washington verschäfte sich der Ton (siehe Link "Kaukasus: Scharfe Töne zwischen USA und Russland"). Tiflis bat die internationale Gemeinschaft dringend um Hilfe. Etwa 50 russische Bomber hätten in der Nacht zum Montag in ganz Georgien Städte und Dörfer unter Beschuss genommen, teilte die Regierung in Tiflis mit. Die Bombardierungen dauerten ungeachtet des georgischen Angebotes einer einseitigen Waffenruhe an. Russland hat bekräftigt, dass es bei den Kampfeinsätzen ausschließlich um den Schutz der Bevölkerung in den abtrünnigen Regionen Abchasien und Südossetien gehe.

Schnellboot im Schwarzen Meer versenkt

Auch im südlichen Grenzabschnitt zwischen Abchasen und Georgiern spitzte sich die Lage zu. Die Regierung in Tiflis sprach von russischen Bombardements auf georgische Militärstellungen im Landkreis Sugdidi. Auch die Stadt Gori in Zentralgeorgien sei am Montag (11.08.2008) erneut aus der Luft angegriffen worden. Am Stadtrand von Tiflis bombadierten Kampfflugzeuge nach Angaben des Innenministeriums eine Militärbasis sowie ein Luftkontrollzentrum. Russlands Marine meldete die Versenkung eines georgischen Schnellbootes im Schwarzen Meer.

Rotes Kreuz meldet 40.000 Flüchtlinge

Zwei flüchtende Frauen am Straßenrand - ap

Zehntausende Menschen fliehen vor den Kämpfen

Wieviele Menschen bei den seit Donnerstagnacht anhaltenden Kämpfen starben, ist weiter ungewiss. Die russische Seite spricht von fast 2000 toten Zivilisten. Georgien beziffert die Zahl seiner Opfer auf etwa 100, darunter 40 Zivilisten. Nach Angaben des Internationalen Roten Kreuzes flohen bislang rund 40.000 Menschen vor den Kämpfen in Südossetien und Georgien.

Den zwölf deutschen Mitgliedern der UN-Beobachtermission in der Kaukasus-Region Abchasien droht nach Angaben der Bundesregierung durch den Krieg zwischen Georgien und Russland unterdessen keine Gefahr. Für Ausreisewillige hat die deutsche Botschaft in Tiflis zwei Busse nach Armenien gechartert. (win)

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