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Aktuell Nahost

Kämpfe am Flughafen von Damaskus

In der Nähe des Flughafens von Damaskus wird wieder gekämpft. Der Flugbetrieb soll angeblich weitergehen, doch einige Linien fliegen Damaskus nicht mehr an. Der Syrien-Sondergesandte Brahimi fordert neuen Friedensplan.

Zwischen Damaskus und dem internationalen Flughafen der syrischen Hauptstadt ist es den zweiten Tag infolge zu Kämpfen zwischen Rebellen und der Armee gekommen. Die oppositionelle Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete, die Kämpfe hätten die Nacht über angedauert. Rebellen hätten mehrere Panzerfahrzeuge der Regierungstruppen zerstört.

Umkämpfter Flughafen

Die Lage am Flughafen war zunächst unklar. Das Staatsfernsehen meldete, die Armee habe die Straße zum Flughafen absichern können. Ein Flughafenmitarbeiter sagte der Nachrichtenagentur AFP, der Betrieb laufe uneingeschränkt weiter. Der Flughafen liegt wenige Kilometer außerhalb der Hauptstadt Damaskus.

Eine Fluggesellschaft aus Dubai berichtete dagegen, die syrische Hauptstadt könne nicht angeflogen werden. "Der Flughafen akzeptiert keine Flüge", berichtete ein Mitarbeiter. Die ägyptische Fluggesellschaft Egypt Air stellte ihre Flüge nach Damaskus aus Sicherheitsgründen ein.

Internet tot

Auch das Internet war in Syrien den zweiten Tag infolge lahmgelegt. Nach Angaben von Oppositionellen gab es nur in manchen Gegenden Zugang zum weltweiten Netz. Auch das Telefonieren über Festnetz sei nur manchmal möglich gewesen, berichteten sie.

Das Internet war am Donnerstag um die Mittagszeit landesweit zusammengebrochen. Die Ursache dafür ist unklar. Das Regime von Präsident Baschar al-Assad und die Opposition machen sich gegenseitig dafür verantwortlich.

Brahimi warnt vor Zerfall Syriens

Der Syrien-Gesandte der Vereinten Nationen und der Arabischen Liga, Lakhdar Brahimi, warnte vor einem Zerfall Syriens als Staat. Dazu könne es kommen, wenn der seit 19 Monaten andauernde Konflikt zwischen dem Regime von Präsident Baschar al Assad und den Rebellen nicht politisch gelöst werde, sagte Brahimi vor der UN-Vollversammlung in New York. Nach Gesprächen mit Vertretern beider Seiten denke er, dass nur der UN-Sicherheitsrat einen neuen Friedensplan ausarbeiten könne.

Daher appellierte der ehemalige algerische Außenminister an die Mitglieder des höchsten UN-Gremiums, die Spaltung in der Syrien-Frage zu überwinden und eine Resolution zur Beendigung der Gewalt zu verabschieden. Der Text müsse eine Waffenruhe, eine politische Übergangszeit mit Wahlen und eine "robuste Friedenstruppe" umfassen, sagte Brahimi weiter. Im Sicherheitsrat verhindern bislang Russland und China assad-kritische Resolutionen zu Syrien.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon erklärte, ebenfalls vor der Vollversammlung, es sei ein dramatischer Anstieg der Zahl der Flüchtlinge im Syrien-Konflikt auf rund 700.000 bis Ende Januar zu befürchten. Derzeit seien knapp 500.000 Syrer ins Ausland geflohen. Es gebe ein "schreckliches Gewaltniveau" in Syrien, beklagte Ban.

wl/ml/det/kle (afp, dapd, dpa, rtr)

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