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Kultur

Kältewelle rollt durch Europa

Schnee und Eis halten viele Regionen Europas fest im Griff. Auch Deutschlands Mitte bleibt tiefgefroren. Nur vorübergehend steigen die Temperaturen ein wenig, überschreiten aber nicht den Gefrierpunkt.

Mailand setzte Bulldozer gegen die Schneemassen ein (Foto: AP)

Mailand setzte Bulldozer gegen die Schneemassen ein

Schon am Freitag (09.01.2009) soll es unter dem Einfluss des Hochs "Angelika" wieder kälter werden. Nur an der Küste können die Temperaturen über null Grad steigen. Eine Ende der Kältewelle sei nicht in Sicht, sagte Ansgar Engel vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach am Mittwoch und zitierte eine alte Meteorologen-Regel: "Kaltluft bleibt Kaltluft". In einer Wetterlage wie der aktuellen brauche es ein ordentliches Tief, um die klirrend kalte Luft wirksam wegzuräumen.

Sachsen mit Minus-Rekord

Autos fahren auf der B170 in das sächsische Dippoldiswalde. (Foto: DPA)

Dippoldiswalde markierte in der Nacht den deutschen Kälterekorde

Minus 20 Grad und darunter wurden in der Nacht zum Mittwoch in einem breiten Streifen von Nordrhein-Westfalen über Nordhessen und das südliche Niedersachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt bis nach Sachsen, im südlichen Brandenburg und in Berlin gemessen. Der tiefste Wert im DWD-Messnetz kam dieses Mal aus Dippoldiswalde im sächsischen Erzgebirge mit minus 27,7 Grad. Es sei nicht ausgeschlossen, dass es in einzelnen Kältelöchern der Region Tiefstwerte um minus 30 Grad gegeben habe, sagte Engel. Auch in Nordrhein-Westfalen war es eiskalt. In Lippstadt-Bökenförde lag das Temperaturminimum bei minus 26,5 Grad. An beiden Stationen hatte der DWD bisher keine niedrigeren Werte gemessen. Nicht allzu weit von Lippstadt entfernt, in Bad Lippspringe, war es minus 23,0 Grad kalt - auch das ein Rekord. Der alte Tiefstwert hatte am 16. Februar 1956 bei minus 22,5 Grad gelegen.

Schnee am Mittelmeer

Mit Schnee bedeckte Fahrräder in Mailand (Foto: AP)

Mit Schnee bedeckte Fahrräder in Mailand

Auch in anderen Ländern Europas hält die ungewohnte Kältewelle an. So mussten wegen Schneedecken von bis zu 30 Zentimetern Höhe in Norditalien am Mittwoch mehrere Flughäfen bis zum Mittag geschlossen worden. Betroffen waren nach offiziellen Angaben die beiden Mailänder Flughäfen Malpensa und Linate sowie die Flughäfen von Turin und Bergamo.

Die französische Hafenstadt Marseille drohte in der weißen Pracht zu versinken: Der Flugverkehr und die Schnellzugverbindungen wurden eingestellt, wie die Behörden mitteilten. In der südostfranzösischen Region Provence-Alpes-Côte d'Azur wurden rund 30 Züge nach und aus Marseille in Bahnhöfen angehalten, damit sie nicht auf den Gleisen stecken blieben. Auch der Straßenverkehr in der Stadt kam praktisch zum Erliegen, sämtliche Busse blieben im Depot.

Der Schneefall setzte in Südfrankreich am frühen Morgen ein und sollte nach Angaben des Wetterdienstes bis zum Abend fortdauern. Die Autofahrer an der Côte d'Azur wurden überrascht, hochwinterliche Bedingungen sind an der Küste extrem selten. Der Grenzübergang nach Italien wurde bereits am Dienstagabend für Lastwagen gesperrt. Die Stromversorger riefen die Menschen der Region auf, ihren Verbrauch zu drosseln, um das Netz nicht zu überlasten.

Ausblick

Die Nacht zum Freitag ist in der Mitte sternenklar, aber nicht mehr ganz so eisig wie die vorangegangenen. Minus 7 bis minus 14 Grad wird es, stellenweise ein wenig kälter. (mas)

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