1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Champions League

Juventus macht großen Schritt Richtung Finale

Jung gegen Erfahren: Im Champions-League-Halbfinale weist die in die Jahre gekommene "Alte Dame" Juventus Turin die aufstrebende Elf des AS Monaco klar in die Schranken. Auch dessen Ausnahmetalent bleibt blass.

Es ist nicht leicht, den Wert eines Fußballers in Euro zu bemessen. Die teilweise astronomischen Ablösesummen und Gehälter im modernen Fußball haben jedenfalls oft genug nichts mit dem realen Gegenwert eines Spielers zu tun. Kritische Stimmen sagen, das trifft auch im Fall von Gonzalo Higuain zu. Mit sagenhaften 90 Millionen Euro zählt der bullige Angreifer von Juventus Turin zu den teuersten Spielern des Planeten - doch bringt er Juventus umgekehrt auch so viel Geld wieder ein? Die Antwortet lautet: Zumindest einen nicht unbeträchtlichen Teil davon hat er an diesem Mittwochabend wieder in die Kasse gebracht.

Millionen winken dank Higuains Doppelpack

Fußball AS Monaco v Juventus Turin - UEFA Champions League Monaco's Kylian Mbappe-Lottin in action with Juventus' Gianluigi Buffon (Reuters/E. Gaillard)

An diesem Abend glücklos: Das "Jahrhunderttalent" Mbappé, der vielleicht sein letztes Spiel in der Königsklasse für AS machte.

Denn mit seinem Doppelpack beim 2:0 (1:0)-Auswärtssieg von Juventus Turin beim AS Monaco haben sich die Italiener mehr als nur eine gute Ausgangslage für das Rückspiel am kommenden Dienstag in Monaco verschafft. "Ich arbeite immer hart daran, Tor zu schießen. Hoffentlich kommen wir ins Finale", freute sich Higuain nach dem Sieg. Vor dem Hintergrund von Juves unglaublicher Heimstärke sind die zwei Auswärtstore von Higuain mutmaßlich mehrere Millionen Euro wert. Denn der Finaleinzug bringt mindestens 11 Millionen Euro, der Titel sogar 15,5 Millionen - weitere Gewinne durch Sponsorenprämien und neue Werbe- oder TV-Deals nicht eingerechnet. Neben dem Argentinier Higuain hatte auch Italiens Torhüterlegende Gianluigi Buffon mit seinen nach wie vor erstaunlichen Reflexen einen nicht unerheblichen Anteil am Sieg in Monaco. 

Monaco begann die Partie nicht mit dem gleichen Elan, den das Team bereits im Viertelfinale gegen Borussia Dortmund gezeigt hatte. Die Gastgeber wirkten abwartend und waren deutlich defensiver eingestellt als noch im Heimspiel gegen den BVB. Turin nutzte die anfängliche Passivität von AS dankend und übernahm die Spielgestaltung. Paulo Dybala und Dani Alves versuchten immer wieder Gonzalo Higuain in Szene zu setzen, der die Abwehr von AS gleich gut beschäftigte. Auf der Gegenseite war dann plötzlich das umworbene Talent Kylian Mbappé frei vor dem Tor, scheiterte aber mit seinem Torversuch am gut reagierenden Gianluigi Buffon (16.).

Effizient und energiesparend

Fußball AS Monaco v Juventus Turin - UEFA Champions League Gonzalo Higuain of Juventus scores the opening goal during the UEFA Champions League Semi Final Firs (Imago/BPI)

Treffsicher: Higuain (l.) spielt einen Teil seiner teuren Ablöse wieder ein.

Mbappés Chance wirkte wie ein Weckruf für die Offensivbemühungen der Monegassen, die sich nun mehr zutrauten. Und genau darauf schien die "Alte Dame" Juventus gewartet zu haben: Mit einem schnellen Ballgewinn leitete Claudio Marchisio in der eigenen Hälfte einen Gegenangriff und dann ging es schnell. Dybala legte mit der Hacke auf Higuain, der sofort in den Lauf von Dani Alves spielte. Der Brasilianer behielt die Übersicht, legte zurück in die Mitte auf Vollstrecker Higuain - 0:1 (29.)! Effizient und energiesparend brachten die erfahrenen Italiener die Führung in die Pause.

Das Kalkül von Juve-Coach Massimiliano Allegri ging auch in der zweiten Hälfte auf: Der dreifache Trainer des Jahres in Italien setzte auf drei Innenverteidiger und nahm damit dem Sturm von AS die gewohnte Wucht: Weder Jungstar Kylian Mbappé noch Kapitän Radamel Falcao kamen vor dem Tor zur Entfaltung. Meist wurden die Angreifer der Gastgeber sogar von zwei Blauen bedrängt und nicht selten vom Ball getrennt.

Seit 621 Minuten ohne Gegentor

Umgekehrt lauerten die auf Konter spezialisierten Turiner auf Fehler des Tabellenführers in der Ligue 1. Und tatsächlich zeigte das aggressive Forechecking von Juve bald Wirkung: Tiemoué Bakayoko verlor den Ball leichtfertig an Dybala, der bediente Dani Alves und der zeigte anschließend viel Gefühl im Fuß. Mit einem genialen Pass in den Rücken der Abwehr von AS und genau in den Fuß von Higuain fiel die Vorentscheidung zum 0:2 (59.).

Juventus setzte anschließend auf eine Fünferkette und rührte damit in der Defensive Beton an. Nicht umsonst ist Turin seit 621 Minuten in der Champions League ohne Gegentor, seit elf Spielen gar ungeschlagen. Weil umgekehrt Monaco nicht mehr viel dagegen einfiel blieb es am Ende beim klaren Auswärtssieg für Turin, das neben der Meisterschaft und dem italienischen Pokal nun auch vom Champions-League-Titel träumen darf.  

Das Spiel im Re-Live zum Nachlesen:

Die Redaktion empfiehlt