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Aktuell Welt

Justizopfer "Hurricane" Carter gestorben

Er saß 19 Jahre unschuldig im Gefängnis, sein Fall erregte weltweit Aufmerksamkeit - jetzt verstarb der ehemalige US-Boxer Rubin "Hurricane" Carter im Alter von 76 Jahren im kanadischen Toronto.

Der schwarze Sportler (das Artikelbild zeigt ihn bei einem Boxkampf im Jahre 1964) war wegen der Ermordung dreier Weißer in einer Bar im US-Bundesstaat New Jersey im Jahr 1966 zwei Mal - 1967 und 1976 - zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Die Juries entschieden gegen Carter und einen Mitangeklagten ohne jeden Beweis. Carter hatte die Tat stets bestritten.

Der Fall sollte immer wieder erneut vor Gericht gebracht werden. Es dauerte jedoch bis 1985, bis ein US-Bundesgericht entschied, dass die Verurteilung "eher auf rassistischen Gründen denn auf Beweisen" beruht habe. Die Jury im zweiten Prozess von 1976 bestand aus ausnahmslos weißen US-Bürgern. Nach seiner Freilassung siedelte Carter nach Kanada über und setzte sich für die Aufklärung von Justizirrtümern ein.

Hurricane Carter (l.) mit Hollywood-Star Denzel Washington (Foto: Reuters)

"Hurricane" Carter (l.) mit Hollywood-Star Denzel Washington

Der Fall hatte in den USA und international großes Aufsehen als Paradebeispiel für Rassismus im amerikanischen Justizsystem hervorgerufen. Bereits 1975 schrieb Popstar Bob Dylan nach der Lektüre von Carters Autobiografie und einem Treffen mit dem Inhaftierten den Hit "Hurricane". Das Box-Idol Muhammad Ali widmete Carter einen seiner WM-Kämpfe. 1999 schilderte Hollywood das Schicksal des Sportlers, dessen Karriere mit der Mordanklage beendet war, in dem Film "The Hurricane", bei dem Denzel Washington die Hauptrolle spielte.

wl/sti (dpa, afp, sid)